Geschichte der Außenpolitik der DDR


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Malchow, Birgit (Hrsg.):

Der Letzte macht das Licht aus: Wie DDR-Diplomaten das Jahr 1990 im Ausland erlebten

Quelle: Autorin, erschienen in: Verlag Edition Ost, Berlin 1999, 308 S., ISBN 3-932180-79-8

Geleitwort zum Buch von Richard von Weizsäcker:

Solange die schwer lastende Ost-West-Konfrontation Europa und die Welt beherrscht hatte, haben nicht zuletzt die Diplomaten beider deutscher Staaten immer wieder gegensätzliche Positionen eingenommen und vertreten. Daran ist nachträglich nicht zu deuteln.

Für das historische Verständnis ist es aber von Wert, nachzulesen, wie führende Mitglieder des Außenministeriums der DDR während jener Zeit der Teilung und insbesondere in den dramatischen Monaten der Wende gedacht und gehandelt haben. Es gehört zum Zusammenwachsen im vereinigten Deutschland, nicht nachträglich die Spannungen zu leugnen. Aber genauso notwendig ist es, sich gegenseitig zuzuhören, vielleicht sogar aus unterschiedlichen Erfahrungen etwas voneinander zu lernen. Die hier zusammengefassten Beiträge verdienen unser aller Interesse.

Klappentext des Verlages zum Buch:

Wie ein Baldachin wölbte sich das Dach über der Vorfahrt des Außenministeriums, das in Steinwurfweite vom Staatsratsgebäude stand. Inzwischen dehnt sich an selber Stelle eine grüne Wiese - und mit dem Bauwerk sind auch die Botschafter verschwunden, die diese DDR einst in über hundert Länder gesandt hatte. Nicht einen Diplomaten übernahm die Republik, der die DDR am 3. Oktober 1990 beitrat. Fünfzehn von ihnen berichten über ihr letztes Jahr, das auch das letzte jenes Landes war, dem sie loyal und engagiert dienten.

Ihre Berichte sind frei von Larmoyanz. Sie vermitteln aber ein Gespür für Welt, indem sie offenbaren, wie anderenorts die DDR und ihr Ende wahrgenommen wurden.

Diese erste kollektive Meinungsäußerung von ehemaligen DDR-Diplomaten ist ein bemerkenswertes Zeitzeugnis, ein einmaliges Dokument. Vermutlich sind noch nie zuvor in derart vielen diplomatischen Vertretungen die Lichter gelöscht worden wie im Jahre 1990.

Zur Geschichte des Buches:

Den Anstoß für diese Anthologie lieferte Günter Gaus. Der Staatssekretär a. D., einst selber Diplomat der Bundesrepublik als Ständiger Vertreter in Ostberlin, sprach im Spätherbst 1996 vor etwa zweihundert ehemaligen DDR-Diplomaten. In Kenntnis der dort im Ribbeck-Haus zu Berlin versammelten Erfahrung und Kompetenz schloss er seine Ausführungen mit der Bemerkung: "Es wäre schade, wenn das Wissen und die Geschichten in Ihren Köpfen verloren gehen würde. Man müsste sie aufschreiben!"

Ähnliche Appelle gab es im Verband für Internationale Politik und Völkerrecht, in welchen sich ein Großteil der einstigen DDR-Diplomaten zusammen gefunden hat. Die Resonanz blieb stets bescheiden.

Diesmal sollte es anders werden: Eine couragierte Frau, einst ebenfalls im Außenministerium beschäftigt, nahm die Sache in die Hand.

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