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Falk, Hermann:

Vor 30 Jahren - 750 Jahre Berlin

Ein Fest der Superlative 'Wo ist das alles geblieben?'

Quelle: Autor, gekürzt und mit einer Fotoschau veröffentlicht in der Zeitung 'Junge Welt' am 30. Dezember 2017                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          1987, Vor nunmehr 30 Jahren feierte Berlin das 750. Jubiläum der Stadt Berlin. Das Ereignis wurde in der Hauptstadt  der DDR und in Westberlin gebührend gewürdigt. Es gab damals gute Ansätze zu einer Verbesserung des Verhältnisses zwischen dem Ost- und Westteil der Stadt, man wollte sich sogar gegenseitig auf höchster Ebene zu den Festveranstaltungen einladen, es soll nur an den westlichen Allierten wegen Statusfragen zu Berlin gescheitert sein.  So feierte man denn getrennt. 

Gefeiert wurde aber besonders im Ostteil der Stadt. Die Regierung der DDR ermöglichte aus diesem Anlass einen einmaligen internationalen kulturellen Höhepunkt -  das Jahr 1087 wurde das größte internationale Festival, das jemals in Europa oder in der ganzen Welt in nur einer Stadt stattgefunden hat. Es wurde das bedeutendste Festival nicht nur hinsichtlich der Anzahl der Ensembles und Solisten, sondern vor allem auch hinsichtlich ihrer künst-lerischen Qualität.  Es war ein repräsentativer Querschnitt von Spitzen-leistungen der berühmtesten Opernhäuser, Orchester und Kammerorchester, Ballettensembles, Theater, Dirigenten, Sänger und Konzertsolisten, Revue-Ensembles sowie Solisten und Gruppen der Unterhaltungskunst ganz Europas und der Welt. Das übrigens unter Einbeziehung aller Staaten Europas, von Oslo und Helsinki bis Rom, Athen und Madrid, von Moskau bis Paris und London. Alle europäischen Länder waren in Berlin vertreten, wenn man absieht von Andorra, San Marino und Liechtenstein. Und darüber hinaus China, Vietnam, Kuba, die USA, Japan, Australien, Indien, Mexiko, Brasilien, Äthiopien, Ägypten sowie weitere Staaten Afrikas, Asiens und Latein-amerikas. Das Jubiläum sprach sich herum und man wollte dabei sein. Es war, als wollten sich all unsere  Partner revanchieren für jahrelange gute Zusammenarbeit mit der DDR und speziell  der Künstleragentur der DDR. Und sie wussten um die große Begeisterungsfähigkeit des DDR-Publikums.  

Ich will nicht unterlassen auch zu erinnern an den großen eigenen kulturellen Beitrag der DDR zu diesem Fest. Es waren nicht nur die Orchester und Bühnen der Hauptstadt, die gesamte Republik entsandte Ihre Besten zu diesem wahrlich einmaligen Jubiläum. 2037 werden die Berliner 800 Jahre Berlin begehen. Ob wohl ein solch repräsentatives Kulturjahr noch einmal möglich sein wird. Auf jeden Fall sollte es Anlass zu solcher Erinnerung sein. 

Wenig wird solch schönen Momenten gedacht. Zwar berichteten deutsche Medien aufwendig zu Jahrestagen der Konzerte von  Bruce Springsteen, von Udo Jürgens, von Peter Maffay , zur vorbereiteten und gescheiterten Tournee von BAP in der DDR. Man erinnerte mit aufwendigen Fernsehfilmen und seitenlangen Reminiszenzen. Aber keine Erinnerung ohne  eindeutige Versu-che, diese Konzerte gegen die DDR zu instrumentalisieren. Oder: keine Interviews mit bekannten DDR-Künstlern ohne den Versuch, sie zu negativen Aussagen um ihre internationale Gastspieltätigkeit zu veranlassen. Warum, fragte ich mich, sollte ich als damals unmittelbar Beteiligter nicht auch einmal erinnern und in diesem Zusammenhang auch  das Anliegen des kulturellen internationalen Austausches der DDR in Erinnerung bringen. Ich möchte einfach als Aktiver und  Verantwortlicher in jener Zeit, eine andere Sicht einbringen. Das internationale kulturelle Programm zum Jubiläums Berlins scheint mir als ein Höhepunkt besonders geeignet, wurde doch auch in all den Jahren davor und danach in diesem Sinne gehandelt und der Bevölkerung der DDR mit jährlicher Zunahme ein umfangreiches und künstlerisches hochstehendes Kulturangebot ermöglicht. Ich fragte mich: Wer weiß denn mehr über die ausländischen Künstler zu diesem Fest aus eigenem Erleben und könnte noch heute, geschweige denn später, diese Informationen authentisch geben? 

Übrigens bin ich sicher, dass auch Westberliner sich an diese Konzerte und die Gäste in der Hauptstadt der DDR gern erinnern. Denn auch sie konnten dieses einmalige Angebot in beträchtlichen Umfang nutzen und haben als einmalige Gelegenheit viele der Eintrittskarten erworben Zu dieser Zeit war der Besuch kultureller Veranstaltungen im Ostteil der Stadt bereits völlig normal. Die Karten konnten schon von Bürgern der DDR zu einem Spottpreis erworben werden, für Westberliner und Besucher Berlins bestand zudem noch die Kostenminimierung durch den ungünstigen Wechselkurs von der Mark der DDR zur westdeutschen DM. 

Angeregt zu diesen Zeilen hat mich übrigens eine Rezension in der Berliner Zeitung, die meines Wissens auch als einzige Zeitung der Stadt an das Jubiläum erinnerte. Im Sommer dieses Jahres gastierte in Berlin eine Company mit dem Musical "Cats" von Andre Lloyd Webber. In der ansonsten guten Rezension heißt es u. a.: "Vor genau 30 Jahren war Cats zum ersten Mal in Berlin. Karten wurden gehandelt wie Stones-Platten, denn das Gastspiel aus Wien fand in der Komischen Oper statt. Der Ostteil der Stadt feierte damit 750 Jahre Berlin. Das Publikum flippte beglückt aus, erfuhr nichts von dem finanziellen Desaster - für die DDR, weil sie neue Devisen-schulden auftürmte, für Wien, weil es den Reiseaufwand kolossal unterschätzt hatte." Alles eigentlich verständlich und glaubhaft. Wenn es denn ein finanzielles Devisen-Desaster gewesen wäre. Als Vertrags-schließender kann ich ein angebliches Desaster keinesfalls bestätigen. Es war eher ein besonders geglücktes Projekt. Denn besonders für die Gastspiele 1987 gelang es uns in besonderem und unerwartetem Maße, finanzielle Unterstützungen  seitens  ausländischer Regierungen, Städte und Regionen oder andere Sponsoren zu gewinnen. Natürlich sind solche Gastspiele kostenintensiv, vor allem angesichts der niedrigen Eintrittspreisen für jegliche kulturelle Veranstaltung in der DDR. Die Ausgaben an Mark der DDR waren beträchtlich, die dadurch notwendige hohe Subventionierung der Kulturveranstaltungen wurde auch für die kostenintensivsten Gastspiele beibehalten. Ich erinnere nur an die teuerste Karte der Deutschen Staatsoper damals mit 15 Mark der DDR. Der DDR-Regierung aber vorzuwerfen, sie hätte für Kultur zu wenig oder eben zuviel ausgegeben wird man von mir wohl zuletzt erwarten. 

Anlass, an das Berlin-Jubiläum zu erinnern, ist aber nicht nur das 30.jährige Jubiläum dieses Festivals oder andere Jubiläumserinnerungen. Ich möchte im Umfeld heutiger Kulturpolitik und des andauernden Niedergangs der kulturellen Infrastruktur in den neuen Bundesländern nach Anschluss an die Bundesrepublik einfach auch Erinnerungen wach rufen an Politik und Realität zu Zeiten der DDR hinsichtlich kulturellen Lebens. Dass ich dabei besonders über den internationalen Kulturaustausches der DDR schreibe, ist der Tatsache geschuldet. dass ich 40 Jahre meines Arbeitslebens im Außenministerium der DDR und als Leiter der Künstleragentur  - bis zum Ende der DDR - damit unmittelbar befasst war. Und deshalb in besonderer Weise empfinde, wie dramatisch neben dem wirtschaftlichen Zerfall auch der kulturelle Niedergang in der ehemaligen DDR nach 1990 war. Die Bürger der DDR wurden mit dem Versprechen "blühender Landschaften" nicht nur durch Übernahme nahezu allen Volkseigentums in westdeutsche Hände materiell enteignet, sondern ebenso auch in kultureller Hinsicht. Leider wird kaum an die Kulturleistungen der DDR und auch nicht an ihre kulturellen internationalen Austausch erinnert. Gepflegt wird dagegen auch auf diesem Gebiet ein negatives Bild der DDR. 

Das Programm zur 750-Jahrfeier war beeindruckend. Nie hätten wir vorher gewagt, davon auch nur zu träumen. Im Folgenden werde ich daran noch erinnern und Beispiele nennen.. Es wurden der Künstleragentur der DDR tatsächlich zusätzliche Valuta zur Verfügung gestellt und das betraf auch das Musical 'CATS' aus Wien. Um in dieser Sache aber bösartigen Bemerkungen vorzubeugen, sei schon jetzt vorsorglich gesagt, dass diese für das umfangreiche Programm nicht mehr Valutamittel ausgegeben hat, als sie insgesamt im Jahre 1987 durch Gastspiele vor allem von Ensembles, Opern und Orchestern der DDR im Ausland erwirtschaften konnte. Das glaubten wir rechtfertigen zu können. Und deshalb achteten wir darauf, gingen über diesen Betrag nicht hinaus, um uns solchen Vorwürfen nicht auszusetzen. Und um dem Gedanken vorzubeugen,  die Künstler der DDR hätten dafür international unübliche Abgaben zu leisten gehabt, will ich bekräftigen, dass diese Valutaüberschüsse vor allem durch Ensemblegastspiele erwirtschaftet wurden, die die DDR oft hoch subventionierte. Der Künstleragentur der DDR standen zudem jährlich 10 Millionen Mark der DDR an Subventionen ausschließlich für den Empfang und die Entsendung von Ensembles und zuletzt eine Million Valutamark für den Empfang ausländischer Künstler zur Verfügung. Schon vor 1987 war es sensationell, dass es uns gelang, mit diesen verhältnismäßig geringen Mitteln ein so reiches Gastspielangebot besonders aus kapitalistischen Ländern in der DDR zu ermöglichen. 

Viele Konzertbesucher werden sich an glückliche Stunden in Konzerten und anderen Veranstaltungen erinnern. Und damit auch daran, dass die DDR auf dem Gebiet der Kultur trotz aller Probleme und angesichts ökonomischer Zwänge sehr vieles geleistet hat. In jenen Jahren wurde allen Schichten der Bevölkerung der Zugang zu Kultur und Kunst in bemerkenswerter Weise, in großem Umfang und zu günstigsten Bedingungen   wie kaum in einem ande-ren  Staat ermöglicht. Die kulturelle Infrastruktur wurde ständig erweitert. Es waren  nicht nur die bedeutenden Neubauten und Rekonstruktionen wie der Deutschen Staatsoper, der Oper Leipzig, des Palastes der Republik  - der übrigens wahrlich ein Haus des Volkes wurde -, das Gewandhaus zu Leipzig, das Schauspielhaus Berlin und der neue Friedrichstadtpalast Berlin. Dazu bestand eine umfangreiche Struktur an Theatern und Orchestern wie kaum in einem anderen europäischen Land. Zeugen der Kulturförderung waren  auch die großen Kulturpaläste in nahezu allen Bezirksstädten, die 1985 über 1000 bestehenden Kulturhäuser, darunter die vielen und oft sehr repräsen-tativen der großen Industriekombinate wie Bitterfeld und Leuna, der Werften Rostock und Wismar, der Stahlwerks Riesa und Eisenhüttenstadt, beim Erdölkombinat Schwedt usw. Und sie wurden intensiv genutzt. 1985 fanden in Kulturhäusern 65 900 Veranstaltungen mit 66 Millionen Besuchern statt, Die DDR hatte sich zum Ziel gesetzt, eine 'allseitig gebildete Nation' zu entwickeln. Darüber mag heute mancher spotten, aber die DDR hat es vermocht, unter diesem Motto breiteste Kreise  der Bevölkerung bis in kleinsten Dörfer an den geistigen und kulturellem Reichtum, an das künstlerische Erbe Deutschlands und der Welt heranzuführen. 

Ich kenne kein Land, wo auf so kleinem Territorium wie der DDR eine solche Vielfalt und Vielzahl künstlerische Ensembles konzentriert waren, die international gastspielfähig, auch auf den Festivals der Welt und auf jährlich bis zu 80 Auslandstourneen mit über 400 Konzerten und Vorstellungen so erfolgreich waren wie die der DDR. Dies war begründet in einer großzügigen Förderung von Kunst und Kultur, durch Entwicklung eines breit interessierten und zugleich inspirierenden Publikums,  durch das Engagement einer großen Gruppe bedeutender Künstler wie z. B. Brecht und Felsenstein, die die DDR als Wirkungsstätte wählten, weil sie hier ihre künstlerischen Ideale verwirklichen konnten. Die DDR war ein bedeutendes Theaterland, was zur Herausbildung echter Ensembleleistungen führte. Es gab eine Vielzahl guter Regisseure, die in vielen Ländern inszenierten, eine gute Ausbildung und bemerkenswertes Engagement des künstlerischen Potentials. 

Wo ist das alles geblieben? Die kulturelle Infrastruktur wurde systematisch abgebaut, Kulturhäuser wurden Lagerhallen oder abgerissen wie der Palast der Republik, Orchester und Theater  wurden aufgelöst oder reduziert. Und es ist nicht das Ende, wie das Beispiel der Berliner Volksbühne zeigt. Was wird wohl aus dem einst in der Welt berühmten Brecht-Theater nach dem Weggang von Klaus Peymann werden. Immer mehr werden Kultur und Kunst kommerzialisiert und wieder sind sie immer mehr nur  den Eliten und Wohlhabenden zugänglich. Ein Anlass mehr zu erinnern, wie es denn sein könnte und sollte. 

Die auf der geschilderten Situation aufbauenden kulturellen Auslandsbeziehungen der DDR konnten aufgrund der innerstaatlichen Förderung  auch im internationalen Vergleich  sehr erfolgreich sein. Dies wurde mit geringeren Mitteln erreicht als sie manch anderen Staaten zur Verfügung standen. Hinsichtlich des Künstleraustausches kann man sogar von Vorbildhaftem sprechen. Es wurde deutliche internationale Anerkennung erreicht. Es wurde im Ausland besonders anerkannt und  gewürdigt, dass nicht in erster Linie kommerzielle Gesichtspunkte für den Kulturaustausch bestimmend waren, sondern das inhaltliche humanistische Anliegen von Zusammenarbeit und Völkerverständigung, Bewahrung und Verbreitung von nationalem und Weltkulturerbe. Und so gelang es, die Entsendungen von Ensembles und Solisten der DDR wie auch den Empfang aus dem Ausland kontinuierlich zu steigern und so wirkungsvoll zu gestalten. 

Und so gelang auch das Programm zur 750-Jahrfeier Berlins. Wir wandten uns an nahezu alle bekannten europäischen Orchester, an die wichtigsten Opernhäuser, an Ballettensembles und Theater, an Revue- und Unterhaltungsensembles sowie Solisten, um die Bereitschaft, die Möglichkeiten und die erreichbaren finanziellen Bedingungen zu erkunden. Unsere zielstrebig erreichten und sorgfältig gepflegten langjährigen guten Kontakte zu ihnen wie zu den ausländischen Konzertagenturen und Ensembles machten sich bezahlt. Es ist uns innerhalb von zwei Monaten gelungen, nicht nur ein umfangreiches Gesamtprogramm mit zahlreichen Glanzlichtern auf die Beine zu stellen, die aufwendigen Verhandlungen zu führen und mit Vertragsunterzeichnungen abzuschließen, sondern auch international vergleichsweise außergewöhnlich gute Bedingungen zu erreichen. Denn es gab ein großes internationales Echo auf unsere Bemühungen und ungewöhnliches Interesse.                                                                                                                                                                                     

In der DDR gastierten in diesem Jahr 155 größere ausländische Ensembles – Opern, Orchester, Ballett, Schauspiel und Revuetheater, sie gaben zusammen 725 Konzerte bzw. Vorstellungen, ausländische Dirigenten und Konzertsolisten hatten in jenem Jahr 1637 Konzerte, Gruppen der Unterhaltungskunst hatten 1774 Auftritte, die Zahl der Solistenauftritte im Bereich der Unterhaltung und von Artisten zählten in die Tausende. Allein zu den Berliner Festtagen gastierten Ensembles und Künstler aus 27 Ländern. An den 144 künstlerischen Veranstaltungen der 10. Dresdner Musikfestspiele im Mai 1987 nahmen zudem über 4000 Künstler aus 19 Ländern teil.  Viele der Ensembles gastierten natürlich auch in anderen Städten der DDR. Mit dem Ziel, ihre Auftritte einem möglichst großem Kreis erlebbar zu machen, konnte die Künstleragentur an das Fernsehen und den Rundfunk der DDR   im Jahre 1987 423 Ensembles und Solisten zu Mitschnitten der Veranstal-tungen oder Eigenproduktionen vermitteln.   Die Mitarbeiter der Künstler-agentur der DDR waren in jenem Jahr besonders motiviert und erbrachten entsprechende Leistungen. Zumal das Jubiläum mit zu gestalten ja nicht die einzige Aufgabe der Agentur war.                                                                                                                                                                                                                              

Trotz des außergewöhnlich umfangreichen Empfangs sollte auch die Entsendung von Künstlern der DDR in das Ausland nicht zu kurz kommen. Immerhin entsandte die Künstleragentur 1987  DDR-Ensembles und Künstler auch über die Vorjahresergebnisse hinaus: Es wurden 67 Gastspiele von Ensembles - Kammerorchester bis Oper - zu 399 Vorstellungen und Konzer-ten in 29 Länder entsandt, darunter zu 16 internationalen Festivals wie nach Athen, Wien, Salzburg und Edinburgh. In Japan gab die Staatsoper 15 Vorstellungen. Die siebente Konzertreise des Gewandhausorchesters in den USA mit 13 Konzerten vor 34 000 Zuhörern war die bisher erfolgreichste, ebenso eine repräsentative Westeuropatournee; beim Athen-Festival glänzten die Staatskapelle und Staatsoper Dresden, das Deutsche Theater im Schauspielhaus Zürich. Wir erreichten 1987 2739 Auftritte von Dirigenten und Konzertsolisten im Ausland; die Auftritte von Rock- und Unterhaltungsgruppen und -sängern sowie Artisten mit Verträgen über Monate zählten an die 10 000.

Und es wurde gleichzeitig der Gastspielaustausch 1988 vorbereitet: z.B. allein 100 ausländische Ensemblegastspiele in der DDR für 1988  mit solchen Projekten wie den New Yorker Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra mit Bernstein und dem Orchester des Bayerischen Rundfunks mit Colin Davis. Und es waren Kulturtage Ungarns, der ČSSR und Bulgariens in der DDR vorzubereiten. Die New Yorker und Colin Davis erwähne ich deshalb, weil sie 1987 nicht dabei sein konnten, und ich verdeutlichen will, dass im Laufe der Jahre bis auf wenige Ausnahmen alle Großen der Musikwelt in der DDR gastierten. Allein zu den XXXII. Berliner Festtagen 1988 wurden 110 Gastspiele ausländischer Ensembles und Solisten in der DDR vorbereitet. 60 Gastspiele von Opern, Ballett, Orchestern und Theatern der DDR in 30 Ländern wurden für 1988 vereinbart. Die der DDR-Kultur gewidmeten »Duisburger Akzente« 1988 mit 800 Beteiligten aus der DDR waren vorzubereiten. Für das Jahr 1988 waren Ende 1987 bereits über 5000 Verträge abgeschlossen. Diese Zahlen mögen verdeutlichen, dass 1987 mit dem Berliner Stadtjubiläum zwar herausragte, aber auch in all den anderen Jahren ein breites künstlerisches Angebot ausländischer Ensembles und Künstler realisiert wurde,

Zurück zum Jubiläum: Folgende Beispiele mögen an das hohe künstlerische Niveau des Gastspielprogramm zur 750-Jahrfeier erinnern: Zu den 12 gastierenden ausländischen Opernensembles zählten das Bolschoi-Theater, die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper München, Chor und Orchester der Scala di Milano und die Opern aus Kiew, Budapest, Brüssel, Rom und Oslo. Zu den 16 Schauspielensembles zählten das Dramatische Theater Leningrad, das Burgtheater Wien, das Piccolo-Theater Mailand und das Kabucki-Theater Tokio. 42 Sinfonieorchester spielten im Schauspiel-haus, darunter die Leningrader und Moskauer Philharmoner, die Wiener Philharmoniker, das Concertgebouw-Orchester  Amsterdam, alle fünf Londoner Weltorchester. Mit dem Orchestre de Paris gastierte erstmals in der DDR und in diesem Saal. Von den 18 Kammerorchestern möchte ich hervorheben St. Martins in the field, das Orpheus Chamber Orchestra aus den USA, die Festival Strings Luzern, das Mozarteum  Salzburg- und das Johann-Strauß-Orchester Wien. Die Konzerte leiteten die bekanntesten Dirigenten der Welt wie Bernstein, Abbado, Menuhin, Muti, Sinopoli, Neumann und Kitajenko, Barenboim, Celebidache, Dorati, Jansons, Ashkenazy - es war eine wahrhaft unglaubliche Dirigentengeneration. Ebenso umfangreich und repräsentativ waren die Ballettensembles der Welt vertreten: das Ballett aus Leningrad, die Nationalballette Spaniens, Kubas und Mexikos, das Ballett von Antonio Gades, die modernen Tanzkompanien der Staatsoper Hamburg / Neumeyer,  von Martha Graham aus New York, Pina Bausch aus Düsseldorf, das Ballett des XX. Jahrhunderts von Maurice Bejart. Es gastierten eine große Zahl in der Welt führende Konzertsolisten und Kammermusikensemble, darunter die 12 bekanntesten Strechquartett der Welt. Wir empfingen zahlreiche Weltstars - unter den 62 Gesangssolisten waren z. B. Elena Obraszowa, Jewgenij Nestorenko, Dietrich Fischer-Dieskau, Nikolai Gjaurow und Mirella Freni, Katja Riciarelli, Lucia Popp, Tereza Berganza, Jessey Norman, Elly Ameling, Jose Carreras, unter den 94 Instrumentalsolisten Anne-Sophie Mutter, Victor Tretjakow, Maurice Andre,  Mauricio Pollini, Ivo Pogorelic, Pinchas Zuckermann.  Es gastierten 14 Chöre aus 12 Ländern - darunter der Monteverdichor London, der Chor von St. Cecilia Roma, der  Harlem boys Chor: 7 Puppentheater kamen, darunter das Salzburger Puppentheater und die Company von Andre Tahon aus Frankreich.

Von den 15 Revue- und Folkloreensembles seien erwähnt die Leningrader Music Hall, die Revue 'Hallo Paris',, die Shishiku-Revue aus Tokio, die Eisrevue Holiday on Ice'. Eine Delphin-Show im Friedrichshain erwähne ich wegen des außerordentlichen Publikumsinteresses von 500 000 Besucher, Bob Dylan im Treptower Park mit 80000 Zuhörern. Es gastierten in Berlin 46 Solisten und 11 Gruppen der Unterhaltungskunst, darunter Bob Dylan, Gilbert Becaud und Mirelle Mathieu, Shirley Bassey, Miriam Makeba, Mikis Theodorakis, Udo Jürgens, Peter Maffay, Peter Hoffmann, Hermann van Veen, Karel Gott, Santana und Feliciano, Albano und Romina Power, George Moustaki, Salomon Burke, Mary und Gordy, Loriot, das Orchester James Last. Und sie gaben nicht nur ein Konzeert. Peter Hoffmann und James Last z. B. gaben im Palast der Republik je 6 Konzerte, Hermann van Veen 6 Konzerte im Brecht-Theater. Udo Jürgens 4 im Friedrichstadtpalast, Peter Maffay 3 Konzerte in der Seelenbinderhalle.

Was für ein Glück, dass mit den neu erbauten Veranstaltungsstätten, dem Palast der Republik, dem Schauspielhaus Berlin als Konzertsaal und dem neuen Friedrichstadtpalast  drei so repräsentative und  international so überaus beeindruckende Säle für die vielfältigen Veranstaltungen zur Verfügung standen. Ohnedem wäre dieses umfassende Programm nicht möglich gewesen. Die Gäste waren überaus angetan von diesen Veranstaltungsstätten, von der Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit des Publikum, von der perfekten Organisation der Gastspiele und brachten dies auch vielfältig zum Ausdruck. Von der Bühne aus, nicht zuletzt in Interviews und durch Gruß- und Dankesworte an das Publikum und zu den Berlin-Gastspielen u.a. auch in den Gästebüchern der Künstleragentur der DDR. Keiner, der nicht euphorisch für die Möglichkeit der Teilnahme an diesem 'Weltereignis' dankte und den Wunsch nach erneuter Einladung äußerte. So wurde auch wichtige Grundsteine für künftige Zusammenarbeit gelegt, die wir selbst  leider nicht mehr voll nutzen konnten, die aber zweifellos in die Zukunft wirkten, denn viele der Kontakte wirkten noch viele Jahre in der Zeit nach der Vereinigung Deutschlands.

Die ausländischen Partner hatten die Ensembles der DDR kennen und  schätzen gelernt und ihnen auch nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten zumindest noch einige Jahre die Treue gehalten. Und so haben sie auch danach noch viele der von uns mit den Partnern angedachten Gastspiele ermöglicht. Aber leider ist seitdem die Gastspieltätigkeit der Ensembles und Orchester der jetzt neuen Bundesländer wie der internationale Gastspielaustausch insgesamt vor allem durch die Kommerzialisierung  beträchtlich reduziert  worden. Es ist  nicht nur die Kommerzialisierung der Grund für den verminderten internationalen Gastspielaustausch und seine immer stärkere Reduzierung auf Revue und Unterhaltung. Es ist auch Folge der Auflösung der sozialistischen Staatengemeinschaft und der Veränderung ihrer einzelnen Mitglieder. Denn vor allem  sie hatten in den 60er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhun-derts diesen so aktiven Künstleraustausch inspiriert und praktiziert als wichtigen Teil internationaler Zusammenarbeit. Kulturaustausch, Vermittlung nationalen und Weltkulturerbes war ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer internationalen Politik, ausgerichtet auf Freundschaft und Völkerverstän-digung durch Kennlernen und Zusammenarbeit in diesem öffentlich so wirksamen Bereich. Und sie alle hatten sich mehr oder weniger auf die Fahne geschrieben, einer breiten Bevölkerung Kultur nahe zu bringen - von der Erziehung bis zur Finanzierung. Nach der Sowjetunion war es meines Erachtens vor allem die DDR, die auf diesem Gebiet über viele Jahre Vorbildhaftes geleistet hat. Nun kann heute jedermann die besten Künstler der Welt auf anderen Festivals oder an ihren Wirkungsstätten in der ganzen Welt erleben und das ist gut so. Aber bei allen diesen Möglichkeiten und der hohen Qualität des Kulturtourismus - es ist vor allem die Chance nur für die Begüterten dieser Welt. Vielleicht wird eines Tages ein Kultursenator sich daran erinnern, dass vor der Wiedervereinigung Berlins die Berliner Festtage im Osten und die Berliner Festwochen stattfanden. Ich meine, es stände der Hauptstadt der Bundesrepublik gut an, über ein solches Projekt zumindest nachzudenken.

Auswahl von Gruß- und Dankesworten der Gäste:

      Der Generaldirektor des Bolschoi-Theaters Moskau Stanislaw Luschin: »Das Gastspiel des Akademischen Großen Theaters in der DDR ist einem bemerkenswerten Jubiläum gewidmet, dem 750jährigen Bestehen der Stadt Berlin. Unser vielseitiges Kollektiv – es ist nur eines von vielen, die die sowjetische Kunst vertreten und zum festlichen Jubiläum kommen -gratuliert den Berlinern herzlich. Von alters her verbindet das Bolschoi-Theater mit Berlin herzliche Freundschaft und schöpferische Zusammen-arbeit. Festivals, Tage der Kultur, gegenseitiger Austausch von Ensembles und Künstlern, all das dient einem wichtigen und nötigen Ziel: die freundschaftlichen Kontakte zu festigen sowie wahrhafte ideell-ethische Werte in der internationalen Kultur zu schaffen. Wir freuen uns, erneut im rekonstruierten Gebäude der Deutschen Staatsoper vor dem anspruchs-vollen und dankbaren Berliner Publikum auftreten zu können. … Im Namen des dreitausend Mitglieder umfassenden Kollektivs des Bolschoi-Theaters sei mir gestattet, Berlin, der Stadt mit der großen Kultur, Grüße zu übermitteln sowie allen Berlinern Glück, einen friedlichen Himmel und Erfolg in der Arbeit zu wünschen.«

     Der Dirigent Dimitri Kitajenko: »Aus der Hauptstadt der DDR nehmen die Mitglieder des Moskauer Philharmonischen Orchesters unvergessliche Eindrücke von Ihrem wundervollen Publikum. Mit freudigem Gefühl werden wir uns an schöpferische und menschliche Begegnungen erinnern. Glück und Erfolg unseren Freunden.«

      Der Generalsekretär des Österreichischen Bundestheaterverbandes Robert Jungbluth: »Die Wiener Staatsoper, die bereits bei der Wieder-eröffnung des herrlichen Semper-Hauses in Dresden gastierte, ist zur 750-Jahrfeier nach Berlin eingeladen. Die österreichischen Bundestheater, zu deren Bestand die Wiener Staatsoper gehört, erfüllen damit eine kulturelle Aufgabe, die sie in den vergangenen Jahren mit Erfolg in vielen Staaten der Welt wahrgenommen haben. Als kulturelle Sendboten Österreichs werben sie mit den Mitteln der Kunst für ein gutes Verständnis unter den Menschen. Gibt es doch Partnerschaft auch auf kulturellem Gebiet. Zwischen der Berliner Staatsoper und der Oper am Ring hat es in deren langer Vergangenheit immer wieder Berührungspunkte gegeben, nicht nur im Repertoire, sondern auch durch bedeutende Interpreten. Im Sinne einer Wiederbelebung der Achse Wien – Berlin wünsche ich dem Ensemble der Wiener Staatsoper an der Spree viel Erfolg und dem Berliner Publikum eine kulturell wertvolle Begegnung.’

     Der Intendant der Bayerischen Staatsoper Wolfgang Sawallisch: »Es ist für die Bayerische Staatsoper eine außerordentlich große Freude und Ehre, die 750-Jahrfeier Berlins mit gestalten zu helfen. Einladende wie Eingeladene sind sich der außergewöhnlichen Bedeutung des Gastspiels der Bayerischen Staatsoper im traditionsreichen Haus Unter den Linden bewusst. Große Namen der Musikgeschichte verbinden Berlin und München. Zu nennen wären Richard Strauss und Clemens Krauss, die Namen der Sänger, die beiden Häusern zu ihrem Ansehen verhalfen, sind unvergessen. Rossinis »La Cenerentola« von Rossini und Hindemiths »Cardillac« werden den Berlinern sicher so gefallen wie den Münchnern. Im Namen aller Mitglieder der Bayerischen Staatsoper danke ich herzlich für die Einladung nach Berlin .

    Kabuki-Star und Direktor des Kabuki-Theaters Tokio Ichikawa Ennosuke III: »Ich betrachte es als ein Ereignis von höchster Wichtigkeit, zum ersten Mal ein Kabuki-Stück in der DDR aufführen zu dürfen. Darüber hinaus ist es uns eine besondere Ehre, an den Feierlichkeiten zum 750. Jubiläum der Stadt Berlin teilnehmen zu dürfen. Die Völker beider Länder verbindet eine besondere Freundschaft, und ich hoffe, dass es die Möglichkeit eröffnet, mit Hilfe des kulturellen Austausches zwischen beiden Ländern diese Freundschaft weiter zu vertiefen.« 

Der Intendant des Theaters an der Wien Peter Weck und der Komponist von 'CATS' Andrej LLoyd Webber: Es war ein vielversprechender Beginn, vielleicht gibt es eine erfolgreiche Fortsetzung. Dank Ihrer freundschaftlichen Zusammenarbeit freuen wir uns darauf. Aufrichtigen Dank.'                           

Leonard Bernstein als Dirigent des Concertgebouworchesters Amsterdam: »Ich bin sehr stolz, an dem Jubiläum Berlins teilzunehmen – besonders in diesem prächtigen Schauspielhaus. Alle guten Wünsche.«

Der Intendant des Züricher Schauspielhauses, Gerhard Heinz: »Die Einladung, in Berlin zu gastieren, ist für das Züricher Schauspielhaus eine ehrenvolle Verpflichtung, gibt es doch kein Theater im deutschsprachigen Raum, dem sich unser Haus verwandtschaftlich so verbunden fühlt. Allein die zwei Namen Wolfgang Langhoff und Wolfgang Heinz stehen für die Fortführung jener schon zur Legende gewordenen Zürcher Jahre und für die Überführung jener antifaschistischen humanistischen Haltung in eine kontinuierliche, konsequente und großartige Theaterarbeit.«

Der Intendant des Brüsseler Opernhauses Gerhard Mortier, später Intendant der Ruhrfestspiele und der Salzburger Festspiele: »In Erinnerung an ein für uns historisches Ereignis – ein Auftreten im Hause unseres Idols Walter Felsenstein, mit einer Aufführung, von der wir hoffen, dass sie ›Homepage‹ ist an alles, was dieser große Theaterkünstler und Denker gesagt und gelehrt hat, der Inszenierung der ›Gärtnerin aus Liebe‹. Wir sind glücklich, mit ihnen feiern zu können.«

        John Neumeier, Leiter und Chefchoreograf des Hamburger Balletts: »Diese Woche in Berlin war für mich und das Ensemble, ein großes, bewegendes Erlebnis. Mit meiner Kunst, meinen Choreographien wollte ich nicht ›Schritte‹ machen, sondern kommunizieren. Ich freue mich, denn ich glaube, dass das hier gelungen ist mit der ›Matthäus-Passion‹. Danke für Ihre Freundlichkeit. Wir kommen gern wieder.«  

Dirigent des Royal Philharmonic Orchestra London, Vladimir Ashkenazy: »Niemals werde ich diesen Besuch in der DDR vergessen. Der starke Kontakt mit den Musikliebhabern, die Wärme und die Offenheit des Volkes, werden für lange Zeit in meiner Erinnerung bleiben.«

      Die Begründerin des modernen Balletts  Martha Graham für die  Dance Company New York: grüßt zum 750. Jubiläum Berlin, dessen Nation der Welt so viele großen Künstler und Philosophen gegeben hat. ‚Berlin hatte immer ein zauberhaftes Image in der Welt. Ich fühle mich sehr geehrt, dass meine Company anlässlich dieses Jubiläums eingeladen  wurde.

Jose Carreras, Opern- und Konzertsänger: »Noch einmal herzlichen Dank für das wunderbare und unvergessliche Kennenlernen sowohl des Publikums als auch der Organisation.«

Die Sängerin Elly Ameling aus den Niederlanden: ‚Dass Berlin 750 Jahre alt ist, das habe ich gespürt an der Begeisterung des Publikums in dem herrlichen Schauspielhaus. Herzlichen Dank!’

Der Opern- und Konzertsänger Walter Berry, Solist der Staatsoper Wien: »Dieser Saal ist absolut gleichwertig dem Wiener Musikvereinssaal. Das größte Kompliment, das ein Wiener vergeben kann. Es ist eine große Freude, hier arbeiten zu dürfen. Vielen Dank für eine liebe Betreuung.«

 Die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba: »Welche Ehre und Freude, zum 750. Jubiläum dieser wundervollen Stadt eingeladen zu sein. Es ist eine große Inspiration für mich und das Volk Südafrikas, wenn ich an die Probleme denke, die nach dem Krieg zu lösen waren und nun den wunderbaren Fortschritt in der Entwicklung Ihrer Stadt zu sehen, die große Solidarität gegenüber dem südafrikanischen Volk zu spüren. Danke für die Unterstützung, die Sie unserem Volk und allen unterdrückten Völkern der Welt geben. In aufrichtiger Liebe Miriam Makeba. PS: Entschuldigen Sie mein Englisch, denn ich bin niemals zur Schule gegangen.«

Die Sängerin Nana Mouskouri: »Ich nehme ein wundervolles Souvenir mit, von dem wärmsten Publikum, das ich jemals traf, aus dieser wunderschönen Stadt, welche Frieden und Hoffnung voll Liebe für die Zukunft reflektiert.«

Die Sängerin Wenke Myhre: »Ein tolles Haus, ein ›warmes‹ Haus. Ein tolles und warmes Publikum Ich komme gern wieder nach Berlin.«

Ballettchef Alexander Roy: »Es war für mich ein bewegendes Ereignis, dass ich mein Ensemble zum Berlin-Jubiläum vorstellen konnte. Wir alle danken Ihnen, dass Sie diese außergewöhnliche und interessante Visite in einem der schönsten Theater Europas ermöglicht haben.«

Die Schauspielerin Paula Wessely: »Das Wiedersehen mit dem Berliner Publikum im einzigartigen und von mir so geliebten Deutschen Theater und mein ungemein aufgeschlossenes Publikum bewegten mich tief. Kein Wunder – widerfuhr mir doch in diesem Haus vor 32 Jahren ein entscheidender Anfang meiner Theaterlaufbahn. Meine besten Wünsche für ein erfolgreiches Blühen des Schauspiels in diesem Haus.« Und Michael Heltau: »Im wunderbaren Deutschen Theater hat meine Karriere begonnen, und ich bin sehr froh, dass Verständnis – Sympathie so gegenseitig ist. Auf Wiedersehen.«  Und  Widmung im Buch >Paula Wessely – Attila Hörbiger<

Karsten Witt, Direktor der Jungen Deutschen Philharmonie: »Das Debüt des Bundes Studenten Orchesters im Schauspielhaus in Berlin / DDR ein überaus freundlicher Empfang und eine perfekte Organisation. Wir hoffen bald wieder kommen zu können.«

Der Leiter des Folkloreensembles Äthiopien: »So wie wir versucht haben, Ihnen die politische Einheit und die kulturelle Vielfalt Äthiopiens zu vermitteln, so werden wir die Bilder Ihres Landes und Ihres Festes mit nach Äthiopien nehmen.«

Man wird verstehen, dass ich nicht alle Künstler nennen kann, die allein 1987 in Berlin waren und die ich alle mit so überaus herzlichen Grußworten zitieren könnte. Diese wenigen Auszüge aus einer Vielzahl gleicher Bekundungen sind nicht nur charakteristisch für die Zusammenarbeit im Jahre 1987, sie sind bestimmend und charakteristisch über viele Jahre.  .So haben die gegenseitigen Gastspiele als ein wichtiger Bestandteil ihrer auf Frieden und Völkerverständigung gerichteten Außenpolitik zu einem hohen Ansehen der DDR in der ganzen Welt beigetragen.

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