Geschichte der DDR-Außenpolitik / Südostasien


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Kunz, Eberhard:

Die Beziehungen der DDR zu den Philippinen

Quelle: Autor, zuerst veröffentlicht in: Jahrbuch 2006 der Universität Hamburg

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der DDR und den Philippinen erfolgte  mit einer Verspätung von fast zwei Jahrzehnten erst am 21. September 1973.[1] Schuld an der Verspätung hatten weder die DDR noch die Philippinen.

Die DDR erlangte formal die staatliche Souveränität bereits im Jahre 1955, den vollwertigen internationalen Status aber erst Anfang der siebziger Jahre. Letzteres ist dem Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik und einer 1955 veröffentlichten Doktrin geschuldet, die den Namen eines Mitautors erhielt: Hallstein-Doktrin. Diese Doktrin drohte mit dem sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen und der Einstellung der finanziellen und materiellen Hilfe, falls diplomatische Beziehungen zur DDR aufgenommen werden. Sie war natürlich in erster Linie auf die Entwicklungsländer gemünzt.

Diese Doktrin wurde durch eine großartige Leistung der Diplomaten der DDR nach und nach unterhöhlt. „Hauptfelder der Auseinandersetzung um die Hallstein-Doktrin lagen Ende der fünfziger und in den sechziger Jahren in den Ländern der Dritten Welt, vor allem im arabischen und südostasiatischen Raum sowie in Afrika. Dort unterhielt die BRD bereits ein umfangreiches Netz diplomatischer Vertretungen.“[2]

Bei der Einrichtung eines Generalkonsulates der DDR in Daressalam im Jahre 1965 reagierte die Bundesrepublik noch sehr harsch, stellte die finanzielle und materielle Entwicklungshilfe gegenüber der Vereinigten Republik Tansania ein, verzichtete aber  bereits auf den angedrohten Abbruch diplomatischer Beziehungen. Die Entwicklungshilfe übernahm dann auch Kanada. Die Eröffnung eines DDR-Generalkonsulates in Daressalam war die Folge einer vernünftigen Politik. Die DDR unterhielt seit 1964 diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik Sansibar (Jamhuri ya Watu wa Zanzibar). Nach der Vereinigung von Sansibar und Tanganjika zur Vereinigten Republik Tansania (Jamhuri ya Muungano wa Tanzania) wurde die DDR-Botschaft in Sansibar in ein Konsulat umgewandelt, anstelle einer Botschaft wurde dann nach zähen Verhandlungen des stellvertetenden DDR-Außenministers Dr. Wolfgang Kiesewetter mit der tansanischen Seite ein Generalkonsulat in Daressalam eröffnet. Mwalimu Dr. Julius Nyerere, der damals Präsident der Vereinigten Republik Tansania war, erinnerte nach der Wiedervereinigung bei einem Besuch im Hamburger Rathaus an diese Zeit und fragte die Regierung: „Erinnert ihr Euch, wie Ihr mir mit eurer Hallstein-Doktrin das Leben schwer gemacht habt?“[3]

Dabei gab es DDR-Generalkonsulate bereits seit Ende der fünfziger Jahre in Indonesien und in Burma, seit 1962 in Kambodscha. Es folgten dann immer mehr Länder, die der Einrichtung von DDR-Generalkonsulaten zustimmten bzw. diplomatische Beziehungen zur DDR aufnahmen. Im Mai 1969 erfolgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Demokratischen Republik Sudan und mit dem Königreich Kambodscha, im Juli 1969 mit der Volksdemokratischen Republik Jemen (Südjemen), im Januar 1970 mit der Volksrepublik Kongo und im April 1970 mit der Demokratischen Republik Somalia. Da wies DPA darauf hin, dass die DDR bereits von 20 Staaten anerkannt ist; UPI berichtete, dass die Bundesregierung zunächst abwarte, bevor „sie angemessen reagiere“.[4] Die „angemessene Reaktion“ lautete dann: gar keine! Anfang der siebziger Jahre war die Hallstein-Doktrin völlig wirkungslos geworden, hatte sich selbst überlebt und passte auch keineswegs mehr in die politische Landschaft. Sie war ab diesem Zeitpunkt eher dazu angetan, die politische Glaubwürdigkeit der Bundesrepublik zu untergraben.

Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der DDR und der Republik der Philippinen erfolgte vorerst noch keine Akkreditierung von Botschaftern, auch keine Zweitakkreditierung von Botschaftern aus anderen Ländern der Region. Selbst der Warenaustausch wurde nicht direkt, sondern noch über Drittländer realisiert. In den Jahren 1974 bis 1976 betrug das Volumen des Warenaustausches DDR – Philippinen über Drittländer lediglich 1 Million Valuta-Mark.[5]

Im Jahre 1977 wurden erstmals Direktgeschäfte getätigt. Die DDR lieferte ORWO-Filme für 2,5 Mill. VM und Kalidünger für 0,5 Mill. VM.[6] Von diesem Zeitpunkt an entwickelten sich die ökonomischen Beziehungen trotz des begrenzten wirtschaftlichen Leistungsvermögens beider Länder ganz ordentlich. Diese Begrenztheiten ergaben sich zwangsläufig auf Seiten der Philippinen aus der 350-jährigen spanischen und USA-Kolonialherrschaft und auf Seiten der DDR aufgrund der immensen Reparationsleistungen an die Sowjetunion. Die DDR hat bekanntermaßen die Reparationen für ganz Deutschland in voller Höhe getätigt, bis zum letzten Tag ihrer Existenz die Fleisch- und Wurstversorgung für Moskau und Leningrad gesichert. Von diesem Aderlaß hat sich die DDR-Wirtschaft nie wieder richtig erholt.

Höhepunkt der Beziehungen war der offizielle Staatsbesuch des Staats- und Parteichefs

Erich Honecker am 06.und 07. Dezember 1977 in Manila. Dieser Besuch kam eigentlich eher zufällig aufgrund einer kuriosen Vorgeschichte zustande. Honecker plante für Ende 1977 offizielle Besuche in der Sozialistischen Republik Vietnam und in der Demokratischen Volksrepublik Korea. Der Flug mit einer IL-62 konnte mit einer Zwischenlandung in Taschkent bis nach Hanoi erfolgen. Um dann aber von Hanoi nach Pjöngjang zu gelangen, war eine Zwischenlandung in der Region notwendig. Einige in Frage kommende Länder wie Indonesien und Malaysia hatten abgelehnt. Die DDR schickte dann im September 1977 ihren Botschafter in Jakarta, Eberhard Feister, der zu dem Zeitpunkt in Manila noch nicht zweitakkreditiert war, zu Präsident Ferdinand Marcos. Ihm kam die Anfrage zu diesem Zeitpunkt gar nicht so ungelegen. Er hatte bereits 1969 ein Gesetz erlassen, das den „Handel mit kommunistischen Ländern“ gestattete, und dabei auch die Möglichkeit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu diesen Ländern erwähnt.[7] 1975 hatte er ein Gesetz nicht wieder verlängert, nach dem US-Firmen wie einheimische Firmen behandelt wurden. Präsident Marcos stattete der UdSSR 1976 einen offiziellen Besuch ab. Alle diese Maßnahmen waren darauf gerichtet, sich allmählich und vorsichtig aus der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umklammerung der USA zu lösen, eine „Politik der Äquidistanz“ anzustreben. Er erklärte dann auch Botschafter Feister: „Warum denn nur eine Zwischenlandung? Machen wir doch gleich einen offiziellen Staatsbesuch daraus!“

Das kam wiederum Honecker ganz und gar nicht ungelegen. Der Besuch wurde dann auch mit äußerster Akribie vorbereitet. Die Anreise konnte planmäßig erfolgen: Taschkent am 30.11.1977, Hanoi am  01.12.1977, Manila am 06.12.1977, Pjöngjang am 07.12.1977. Die schriftliche Einladung von Präsident Marcos zu einem offiziellen Staatsbesuch am 06. und 07.12.1977 kam dann auch prompt am 27. September 1977: „...to promote bilateral trade between our two countries und will afford an opportunity for us to discuss other subjects of mutual interest and concern to our two Governments...“[8]

In der Begleitung Honeckers reiste neben Außenminister Oskar Fischer auch der Wirtschaftslenker Günter Mittag, im Gepäck waren allseitig vorbereitete und abgestimmte Dokumente: ein Handelsabkommen (im Verantwortungsbereich des Ministeriums für Außenhandel der DDR – MAH) und eine Vereinbarung über Maßnahmen zur Entwicklung der ökonomischen Beziehungen (unter der Ägide des Büros von Wirtschaftslenker Mittag).

 

Honecker erklärte in seiner Rede u.a.: „Wenn wir die neuen Möglichkeiten für die allseitige Entwicklung der bilateralen Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil nutzen, dann wird dies den Interessen unserer beiden Völker dienen. Es wird ein Beitrag zum Frieden und zur internationalen Zusammenarbeit von Staaten unterschiedlicher sozialer Ordnungen sein...“[9] Diese Aussage war keine Höflichkeitsfloskel schlechthin, sie war ernst gemeint, brachte aber auch feine Nuancen zum Ausdruck.

In der Außenpolitik der DDR gegenüber der Dritten Welt war die antiimperialistische Solidarität oberstes Denk- und Handlungsmotiv, nach dem an erster Stelle die Länder mit einer sogenannten nichtkapitalistischen oder sozialistischen Orientierung standen. Dazu zählte das für die Außenpolitik zuständige Politbüromitglied Hermann Axen in einer Lageeinschätzung (Persönliche Verschlußsache 04/85 vom 28.10.1985) solche Länder wie Mocambique, Angola, Äthiopien, Simbabwe, Südjemen, Afghanistan und Nicaragua.[10] Vor diesem Zeitpunkt gehörten solche Länder wie Somalia, Kongo, Ghana (unter Nkrumah), Guinea, Sansibar u. a. zu den Schwerpunktländern. Sie wurden sogar als dritte revolutionäre Hauptströmung betrachtet. Es gab dabei ein völlig unrealistisches Wunschdenken, wonach sich diese Länder ähnlich wie Kuba entwickeln könnten.[11] Die anderen Länder der Dritten Welt, darunter die Philippinen, rangierten mit geringen Abstufungen in der zweiten Reihe.

Der Staatsbesuch Honeckers reihte die Philippinen natürlich in dieser zweiten Reihe etwas weiter nach oben. Honecker informierte, dass die Zweitakkreditierung der philippinischen Botschafterin in Bukarest, Frau Letitia Ramos - Shahani, in Berlin am 01. September 1977 stattgefunden hat, und dass der DDR-Botschafter aus Jakarta in Kürze für die Zweitakkreditierung nach Manila geschickt wird. Er regte ferner noch an, Handelsvertretungen in beiden Ländern einzurichten.[12]

Das Handelsabkommen wurde am 07.12.1977 von DDR-Außenminister Oskar Fischer und vom philippinischen Handelsminister Troadio Quiazon Jr. in Manila unterzeichnet. Ursprünglich hatten sich DDR-Außenhandelsminister Horst Sölle und der philippinische Handelsminister

Troadio Quiazon Jr. auf eine Geltungsdauer des Handelsabkommens von 5 Jahren geeinigt. Es galt dann für 3 Jahre (1977 –1980), verlängerte sich aber automatisch für jeweils ein Jahr, wenn keine der beiden Seiten 3 Monate vor Ablauf das Abkommen aufkündigt.

Das Handelsabkommen sah einen Umsatz von 80 bis100 Mill. VM für die Jahre 1977 bis 1980 vor, 1978 sollte ein Umsatz von 24 Mill. VM erzielt werden (zum Vergleich: der Export der BRD in die Philippinen betrug 1965 37,5 Mill. DM und 1975 132,1 Mill. DM).[13] Konkrete Vorschläge für den Export der DDR sahen in erster Linie vor: Spinnereien, Wirkereien, Strickereien für 1 Mill. VM, Wäschereien, 3 Mehrzweckfrachter vom Typ OBC (30 Mill. VM je Schiff), Ölextraktionsanlagen, polygrafische Maschinen für 0,1 Mill. VM, Krankenhaus- und Laboreinrichtungen, Düngemittel. Der Import der DDR aus den Philippinen sollte sich auf folgende Produkte konzentrieren: Kokosöl, Kopra, Kokosraspeln, Kaffee, Bananen, Baumwolle, Chromerzkonzentrat und Nickelerzkonzentrat.

Am gleichen Tag unterzeichneten das Politbüro-Mitglied Günter Mittag und Handelsminister

Troadio Quiazon Jr. eine „Vereinbarung über Maßnahmen zur Entwicklung der ökonomischen Beziehungen“. Diese Vereinbarung formulierte die DDR-Exporte bereits konkreter: Lieferung einer Spinnerei mit 30 000 Spindeln für die Firma Universal Robina, Textilmaschinen für

1 Mill. $ =  2,15 Mill. VM jährlich, einer Zementanlage, von Druckereiausrüstungen, Düngemitteln

(u.a. Kalidünger) und Filmen. Die Vereinbarung orientierte auf eine Direktverbindung der Deutschen Außenhandelsbank (DABA) zur philippinischen Handelsbank.[14]

Das war ein recht umfangreiches Programm, das die begrenzten Möglichkeiten der DDR-Volkswirtschaft ungenügend berücksichtigte und dem eher eine gewisse Euphorie zugrunde lag. Es gab daher bereits damals Zweifel unter Experten über die Realisierbarkeit.

Dennoch wurde sehr zügig an der Planung der Vorhaben gearbeitet. Der Stellverteter des  Ministers für Außenhandel, Sachse, und der Leiter des Direktionsbereiches Südostasien des MAH, Boese, weilten im Februar 1978 zu Gesprächen über die Handelsbeziehungen in Manila.[15] Die Handelspolitische Abteilung der Botschaft (HPA)[16] nahm im Juli 1978 ihre Tätigkeit in Manila auf. Sie wurde von einem Handelsrat geleitet, später kam auch noch ein Handelsattache´ dazu.[17] Der Stellenplan der Botschaft sah insgesamt 24 Mitarbeiter vor: Botschafter, 1.Sekretär und 10 Mitarbeiter sowie Handelsrat, Handelsattache´ und 10 Mitarbeiter. Anfang 1978 reiste eine Komplexdelegation der DDR mit Vertretern des Ministeriums für Außenhandel (MAH), von 11 Außenhandelsbetrieben (AHB)[18] und von 9 Betrieben, darunter Carl Zeiß Jena, ORWO, Robotron, AHB Polygraf,  AHB Chemie, AHB Nahrung und Genuß und AHB Intermed,  nach Manila. Diese Delegation erzielte folgende konkrete Festlegungen (alle Angaben in Mill. VM)[19]:

                                               Planung DDR-Exporte in die Philippinen

                  

Produkte

1978

1978 - 1980

Baumwollspinnerei (30000 Spindeln)

13,0

15,0

Textilmaschinen

0,8

3,0

Zementanlagen

-

35,0

Silos

-

30,0

Reismühlen

-

8,0

Druckereiausrüstungen

0,1

4,0

Krankenhausausrüstungen

-

7,0

wissenschaftlich-technische Geräte

0,1

10,0

Filme

1,1

-

Viskose-Fasern (3 to)

1,2

-

Viskose-Fasern (evt. weitere 3 to)

1,2

-

insgesamt:

17,5

112,0

 

 

 

 

 

Planung DDR-Importe aus den Philippinen

 

 

 

Kokosöl

1,5

1,5

Kokosraspeln

3,0

4,5

Ananas

3,0

4,5

Kaffee

8,5

16,0

insgesamt:

16,0

26,5

Die Zahlungen für die Baumwollspinnereien sollten innerhalb von 10 Jahren erfolgen. Zinsen wurden in Höhe von 8 % vereinbart. Von Anfang an orientierte die DDR auf die Gründung einer „Gemischten Kommission“ für die Realisierung der Projekte. Das war seit Mitte der sechziger Jahre gegenüber allen Ländern ein Projekt des MAH, das sich aber nicht immer realisieren ließ. Die philippinische Seite lehnte das auch ab, war aber mit einem „Gemeinsamen Komitee“ einverstanden, später wurde dann tatsächlich eine „Gemeinsame Kommission“ daraus.

Nach einer Reihe von Verzögerungen kam es am 23.10.1978 zur ersten Tagung dieser „Gemeinsamen Kommission“ in Manila. Dabei wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

1.       Der Export der DDR in die Philippinen beträgt 1979 26,3 Mill. $ = 56,5 Mill. VM.

2.       Der Import der DDR aus den Philippinen beträgt 1979 20,01 Mill. $ = 43,0 Mill. VM.

3.       Die AHB der DDR gewähren Lieferantenkredite für 2 Jahre für insgesamt                                     30 Mill. $ = 64,5 Mill. VM                                                                       

4.       Die Republik der Philippinen nimmt einmal im Jahr an der Leipziger Messe teil (Leipziger Frühjahrsmesse oder Leipziger Herbstmesse).

5.       Die DDR führt im März/April 1979 in Manila „Technische Tage der DDR“ durch.[20]

Die Philippinen nahmen dann bis 1984 regelmäßig an der Leipziger Frühjahrsmesse (LFM) teil. Die DDR führte „Technische Tage“ (Ausstellungen) im Jahre 1974 und 1982 in Manila durch.[21]

Zur Erhöhung der Importe bezog  die DDR  1979 zusätzlich 565 000 Levi-Strauß-Jeanshosen für

3,5 Mill. VM.[22]

Bei dieser Tagung  ergaben sich trotz der positiven Resultate auch einige Probleme und Schwierigkeiten. Die Central Bank of the Philippines begann, auf die vereinbarten Zinsen von 8 %  weitere 5 – 6 % Gebühren gegenüber den Kunden zu berechnen. Damit war die Kreditlinie der DABA   nicht mehr konkurrenzfähig. Auch in der Zusammenarbeit mit der Philippine Trading Corporation (PITC), die speziell für den Handel mit den sozialistischen Ländern gegründet worden war und die bei der Herstellung der Handelsbeziehungen gute Dienste geleistet hatte, tauchten vermehrt  Probleme auf, weil sie sich in den Folgejahren oftmals eher als Hemmschuh profilierte. Sie forderte Provisionen vom Lieferanten und vom Importeur, wollte die Vertretung für alle Projekte selbst übernehmen.[23] Diese Monopolstellung der PITC wurde 1980 durch einen Erlass von Präsident Marcos teilweise durchbrochen. Der Erlaß erlaubte 12 großen Handelsfirmen einen Direkthandel mit den sozialistischen Ländern.[24] Ein Import von Bananen konnte nicht erfolgen, da das Exportvolumen der Philippinen  in Verträgen mit Japan, Südkorea und anderen Ländern bereits erschöpft war.

Beim Import von Kaffee, der 1978 immerhin 1072 to = 8,3 Mill. VM und 1979 1200 to = 7,0 Mill. VM[25] ausmachte, tauchten vermehrt Qualitätsprobleme auf. Die Kaffeebohnen werden auf den Philippinen oftmals auf der Straße getrocknet, so daß starke Verunreinigungen auftreten, häufig zahlreiche Steinchen mit eingesammelt werden. Eine Sendung über die Veterans Bank war völlig unbrauchbar. Es gab dann in den achtziger Jahren den Versuch der Veterans Bank, Kaffeelieferungen wieder zu tätigen. Den Schaden aus der unbrauchbaren Sendung sollten beide Seiten zur Hälfte tragen. Auch bei einer Lieferung der Firma Phividec gab es Reklamationen, die nie bereinigt wurden.[26] Es war klar, daß der AHB Nahrung und Genuß zu irgendwelchen Initiativen nicht mehr zu bewegen war, zumal sich der Import von Kaffee aus lateinamerikanischen Ländern in Bezug auf Qualität und Preis viel günstiger gestaltete.

Die philippinische Zentralbank erteilte 1981 keine Devisengenehmigung für den Vertrag über die Lieferung einer Buchdruckerei und –binderei über 3,3 Mill. VM.26  Es kam daher zu einer Verzögerung von über einem Jahr. Die Lieferung erfolgte dann 1981 zu einem Wert von

5,3 Mill. VM.[27] Eine andere Lieferung von Druckereitechnik des AHB Polygraf scheiterte 1982, weil die „Philippine Journalists´ Association“ weder eine Anzahlung leisten noch eine Bankgarantie beibringen konnte.[28]

Beim Export der DDR in die Philippinen gab es in der ersten Zeit zahlreiche Probleme, weil die DDR-Erzeugnisse auf dem Markt weitgehend unbekannt waren. Bei den DDR-Exporten über Drittländer bis 1977 leisteten die Zwischenhändler keine Ersatzteilversorgung. Die DDR-Produkte wurden erst nach und nach bekannt, dann aber allseitig geschätzt.

Insgesamt war der Handel aller Mitgliedsländer des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)[29] mit den Philippinen gering. Er betrug 1982 lediglich 1,38% des Außenhandelsumsatzes der Philippinen. Wichtigste Handelspartner der Philippinen waren nach wie vor die USA, Japan, BRD, Großbritannien, Saudi Arabien und Australien.[30]

Die 3. Tagung der Gemeinsamen Kommission am 11. – 13. März 1981 in Berlin regelte die Lieferantenkredite neu: Kredite auf 8 – 10 Jahre, Zins 10 %, Ratenzahlungen erfolgen halbjährlich. Der Export der DDR sollte 1981 26,1 Mill. VM, der Import 22,5 Mill. VM betragen. Die DDR  importiert zusätzlich 2000 mt Kopra und exportiert zusätzlich Stahlerzeugnisse.[31]

Die 4. Tagung der Gemeinsamen Kommission am 22. Februar 1982 in Manila orientierte auf eine ausgeglichene Handelsbilanz in Höhe von jeweils 64,8 Mill. VM bei Export und Import. Der Export der DDR sollte sich auf Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen, Druckereimaschinen, Filme und chemische Erzeugnisse konzentrieren, der Import auf Thunfisch, Kopra, Ananas und Kokosöl, Schnittholz, Furniere und Textilien.[32]

Dienstreisende aus der DDR auf dem Gebiet des Außenhandels erreichten 1982 die Zahl von 173. Das zeugt von der intensiven Bearbeitung des Marktes und der zielstrebigen Suche nach Möglichkeiten der Erhöhung des Außenhandelsumsatzes.[33] Einige Dienstreisende nutzten den Aufenthalt in Manila für die Beschaffung von Visa für Taiwan und Südkorea, um dann in diesen Ländern Geschäfte zu tätigen. Der Ministerrat der DDR faßte am 06. August 1982 einen Beschluß (Nr. 02-53/I.6/82) über Maßnahmen zur Entwicklung der ökonomischen und wissenschaftlich-technischen Beziehungen der DDR zu Indonesien, Singapur, den Philippinen, Malaysia und Thailand.[34]

Es fanden insgesamt 5 Tagungen der „Gemeinsamen Kommission“ im Wechsel in den Hauptstädten beider Länder statt. Zur 5.Tagung kam es vom 09. – 11.03.1983 In Berlin. Die Delegation der DDR wurde von Horst Marx, Leiter des Dienstbereiches Südostasien (SOA) des MAH, geleitet. Die philippinische Delegation leitete Edsel T. Custodio, Direktor für Außenhandel im Ministerium für Handel und Industrie. Beide Seiten orientierten auf eine ausgeglichene Handelsbilanz. Die DDR-Exporte sollten 1983 34,2 Mill. VM , die Importe ebenfalls 34,2 Mill. VM betragen. Dabei waren für die Exporte vorgesehen: Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen und -anlagen, Druckereianlagen und

-maschinen, Filme und Düngemittel. Importe der DDR sollten sich auf folgende Produkte konzentrieren: Kokosöl, Meeresprodukte, Tabakblätter, Textilien, Kaffee und Chromerz. Die DDR-Delegation unterbreitete den Vorschlag, sich an Entwicklungsprojekten der Philippinen zu beteiligen. Das wollte aber die philippinische Delegation lediglich prüfen. Die 6. Tagung sollte im 1. Quartal 1984 in Manila stattfinden. Dazu kam es dann aber aufgrund des Rückgangs der Handelsbeziehungen und der zahlreichen Probleme im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise, des Moratoriums etc. nicht mehr.[35]

Günter Mittag ließ sich bis 1984 regelmäßig Berichte des MAH über die Entwicklung der ökonomischen Beziehungen vorlegen. 1985 hörte die Berichterstattung auf, die anfängliche Euphorie hatte sich gelegt.

Der Außenhandel der DDR entwickelte sich wie folgt ( alle Angaben in Mill. VM):[36]

 

Jahr

1978

1979

1980

1981

1982

1983

1984

 

 

 

 

 

 

 

 

Export der DDR in die RP

4,5

21,1

18,8

16,1

13,5

54,6

8,3

 

 

 

 

 

 

 

 

Import der DDR aus der RP

18,4

16,7

16,4

4,0

5,2

3,8

20,8

 

Umsatz

 

22,9

 

37,8

 

35,2

 

20,1

 

18,7

 

58,4

 

29,1

 

Die oben stehende Tabelle des MAH wurde für das Jahr 1981 verändert, weil in der EDV-Abrechnung des MAH ein Frachtschiff für die philippinische Reederei Madrigal (15,9 Mill. VM) und 15 kt Urea (Düngemittel Harnstoff) für die Firma  Cristin nicht berücksichtigt waren, da sie aus unerklärlichen Gründen über andere Länder abgerechnet wurden. Diese Richtigstellung ergibt sich aus der Jahresanalyse 1981 des Handelsrates Fritz Quabs.[37]  Auch der Import der DDR aus den Philippinen fiel in diesem Jahr um 4,0 Mill. VM höher aus.[38] Die Kennzahlen der übrigen Jahre wurden auf Grundlage der Jahresanalysen des Handelsrates konkretisiert, die Tabelle entsprechend erweitert.[39] Die Angaben der philippinischen und der DDR-Seite können differieren, da die DDR-Seite cif und die philippinische Seite fob oder c&f  benutzten.[40] Die Angaben in cif sind freilich höher als in fob oder c&f..

1981 und 1982 wurde das Sortiment des Außenhandels noch erweitert. Beim Export der DDR kamen eine Druckerei und Buchbinderei für 5,3 Mill. VM, Urea für 4,7 Mill. VM, Spielwaren für 40 TVM[41] und Schreibtechnik hinzu, beim Import der DDR Tabakblätter, Meeresprodukte, Textilien, Schnittholz, Furniere, Unterhaltungselektronik, Gummi und Reis.[42]

Dennoch tauchten verstärkt Komplikationen im Außenhandel auf. Die philippinische Seite handhabte Restriktionen bei der Erhöhung der Zahl der Mitarbeiter der HPA der Botschaft.[43] Der Prozeß der Importabwicklung gestaltete sich oftmals recht langwierig. Eine Vielzahl von Dokumenten und Informationen war jedes Mal beizubringen.[44]

Gravierende Probleme im Außenhandel der DDR ergaben sich aufgrund einer Wirtschaftskrise der Philippinen im Jahre 1983. Im Oktober 1983 wurde auf den Philippinen ein Moratorium für 90 Tage verfügt, das dann vier Mal verlängert wurde. Der Außenhandel wurde imponderabel.

Der AHB Textima konnte  die vereinbarten Lieferungen von vier Großrundstrickmaschinen für die Firma Sunrise, einer Kettenwirkmaschine für die Firma Golden Trend einfach nicht realisieren, weil eine Bezahlung nicht möglich war.[45]  Textima hatte noch überfällige Forderungen an die Firma Universal Robina in Höhe von 964 TVM und an die Firma A. O. Knitting in Höhe von 144 TVM. Diese Forderungen konnten erst 1987 nach Umschuldungen eingelöst werden. Gleichzeitig ergaben sich auch Probleme mit den Ersatzteillieferungen, zumal auch noch die Liefergarantie für Ersatzteile abgelaufen war.

Auch sonst ging dann das Handelsvolumen nach 1983 kontinuierlich zurück. Wichtige Projekte wie ein Kartografiezentrum für die Armee (6,5 Mill. VM) und eine weitere Baumwollspinnerei

(15 Mill. VM) konnten aufgrund der komplizierten Lage nicht mehr realisiert werden. Bis zuletzt liefen aber, wenn auch in geringerem Ausmaß, die Handelsbeziehungen weiter. Seit 1986 gab es in Manila keine Handelspolitische Abteilung mehr, alle Handelsangelegenheiten liefen über den Botschafter. Insbesondere Carl Zeiss Jena (wissenschaftlich-technische Geräte) und ORWO (Röntgenfilme) sowie der AHB Chemie (Düngemittel) waren dabei aktiv vertreten. 1987 meldeten sich zwei philippinische Geschäftsleute mit konkreten Wünschen zu Erzeugnissen von Carl Zeiss Jena. Auf mein Telegramm an den zuständigen Absatzleiter kam am gleichen Tag eine Antwort vom Generaldirektor des VEB Carl Zeiss Jena, Prof. Dr. Biermann, dass er den Zeiss-Vertreter in Japan angewiesen habe, mit nächster Gelegenheit nach Manila zu kommen und zu verhandeln. Das Interesse war also trotz aller Schwierigkeiten sehr groß.

Auf dem Gebiet des Tourismus war in den letzten Jahren ein philippinisches Reisebüro sehr aktiv, schickte etliche Reisegruppen in die DDR und vermittelte zahlreiche Flugpassagen für die Interflug von Singapur nach Berlin-Schönefeld.[46] Die stellvertretende Ministerin für Tourismus, Frau

Narzalia Z.Lim, weilte 1988 in Berlin und führte Gespräche mit dem für Tourismus zuständigen stellvertretenden Minister für Verkehrswesen. Touristenreisen von der DDR nach den Philippinen waren leider nicht möglich.

Die politischen Beziehungen entwickelten sich seit dem Staatsbesuch sehr kontinuierlich und auf hohem Niveau. Im zwei Jahrzehnte währenden erfolgreichen Kampf gegen die Hallstein-Doktrin hatten die DDR-Diplomaten gelernt, eine sehr effektive und ideenreiche Kontakt- und Informationsarbeit zu leisten und dabei breite Kreise der Bevölkerung aus allen Richtungen einzubeziehen. Hinsichtlich der Philippinen wurde diese Arbeit auf höchster Ebene unterstützt.   Politbüro-Mitglied Mittag empfing Botschafterin Letitia Ramos - Shahani auf der Leipziger Frühjahrsmesse (LFM) am 11.März 1978 zu einem längeren Gespräch.[47] Im Oktober 1978 weilte der Gewerkschaftschef Harry Tisch zu Konsultationen in Manila.[48] Günter Mittag empfing am 28. September 1978 eine philippinische Journalisten-Delegation, was eigentlich eine völlig ungewöhnliche Geste war. Dieser Delegation gehörten Vertreter der Philippine News Agency, des „Philippine Daily Express“, des „Bulletin Today“, des „The Times Journal“ und der „Evening Post“ an.[49] Honecker lud im Februar 1978 Frau Imelda Marcos auf deren Wunsch für März 1979 zu einem DDR-Besuch ein.[50] Vizepräsident Salvador Laurel weilte 1988 zu einem offiziellen Besuch in der DDR und wurde u.a. vom stellvertretenden Staatsratsvorsitzenden und Vorsitzenden der National-Demokratischen Partei (NDPD) Heinrich Homann zu Gesprächen empfangen.[51]

An der Konferenz für atomwaffenfreie Zonen im Juni 1988 in Berlin nahmen die Senatoren

Wigberto Tanada und Aquilino Pimentel Jr. als offizielle Vertreter sowie Prof. Merlin Magallona von der UP und der Rechtsanwalt Honesto Cueva  von der Freundschaftsgesellschaft teil. Präsidentin Corazon Aquino hatte in einem Telegramm an Honecker die Einberufung der Konferenz ausdrücklich begrüßt und sie als sehr zeitgemäß bezeichnet. Rechtsanwalt Honesto Cueva stellte am Abend vor der Konferenz fest, dass am Palast der Republik die Flagge der Republik der Philippinen verkehrt gehisst war: Rot oben, was ja nach philippinischem Recht Kriegszustand bedeutet. Sein Hinweis an die Posten wurde dankend aufgenommen, eine Änderung sei aber erst bei Dunkelheit möglich. Am nächsten Morgen hing die Flagge natürlich richtig: Blau oben, rot unten.

Selbst 1990, als die Tage der Existenz der DDR schon gezählt waren, gab es noch wichtige Besuche philippinischer Persönlichkeiten in Berlin: Manuel T. Yan, stellvertretender Außenminister;

Raul S. Manglapus, Außenminister; Prof. Dr. Jovito R. Salonga, Senatspräsident. Allerdings hatte da Außenminister Meckel von der de-Maiziere-Regierung keine Zeit für seinen Amtskollegen.

Raul S. Manglapus wurde vom Staatssekretär von der damaligen Deutschen Sozialen Union (DSU) zum Gespräch empfangen. Dessen Referent hatte trotz mehrmaliger Zusagen die Bestellung eines Dolmetschers einfach vergessen, so daß der Verfasser als Dolmetscher einspringen mußte. Die Besuche in den letzten Tagen der DDR waren nicht zuletzt Ausdruck der Wertschätzung der guten politischen Beziehungen und der ausgezeichneten Kontakte.

Bereits am 27. Februar 1978 fasste das Politbüro den Beschluss über die Eröffnung einer

DDR-Botschaft in der Republik der Philippinen.[52] Es blieb dann aber vorerst bei der Handelspolitischen Abteilung und den Zweitakkreditierungen. Erst Anfang der achtziger Jahre wurden Botschaften in Manila und Berlin eingerichtet. Hierzu gab es am 23.Juni  1980 eine Vereinbarung der Außenministerien beider Länder über die Errichtung von Botschaften.[53] Die Botschaft befand sich in der 2209 Paraiso Street, corner Acacia Road, Dasmarinas Village in Makati. Direkt waren in Manila  insgesamt nur 3 Botschafter akkreditiert: Dr. Kurt Merkel, Eberhard Kunz und Joachim Wittwer, wobei letzterer nur wenige Monate agieren konnte und dann die Abbrucharbeiten durchführen musste.

In Berlin waren 2 philippinische Botschafter (ohne Zweitakkreditierungen):  Delphin Garcia und

Rafael Gonzales.

Die Arbeit der Botschaft wurde durch regelmäßige Konsultationen aus der Zentrale ausgezeichnet unterstützt. In Manila weilten zu politischen Konsultationen drei stellvertretende Außenminister:

Dr. Klaus Willerding, Gerd König, Ewald Moldt. Für diese Reisen musste jeweils eine Vorlage, im Grunde ein Immediatgesuch im „Großen Haus“, also beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei (ZK der SED) zur Genehmigung eingereicht werden. Alle Zuständigen hatten eine solche Vorlage 1986 für eine Reise des stellvertretenden Außenministers nach Indonesien und Malaysia abgezeichnet. Honecker, der ja aufgrund seines Besuches 1977 die Philippinen kannte, aber dabei seine Orthografie-Kenntnisse nicht verbessert hatte, schrieb auf die Vorlage: „Was ist mit den Phillipinen?“ Selbst Außenminister Oskar Fischer, der es sicherlich besser wußte, schrieb trotzdem: „Phillipinen aufnehmen!“ Die Reise von Gerd König führte dann nach Indonesien, Malaysia und auf die Philippinen. Leider hat Außenminister Genscher seinerzeit das Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR (MfAA der DDR) nicht dem Bundesarchiv übergeben, wie es eigentlich notwendig gewesen wäre, sondern sicherlich aus gutem Grund dem Auswärtigen Amt  mit einer Sperrfrist von 30 Jahren einverleibt. In 15 Jahren steht also nolens volens auch diese Vorlage zur Verfügung. Zu Beginn meiner Tätigkeit als Botschafter im Jahre 1986 in Manila traf ich im Außenministerium die frühere Botschafterin Letitia Ramos - Shahani wieder, die inzwischen stellvertretende Außenministerin war. Sie hatte eine sehr hohe Meinung über die DDR und griff meinen Vorschlag zu politischen Konsultationen in Berlin sofort auf. Sie reiste noch im selben Jahr zusammen mit dem Direktor der Europa-Abteilung nach Berlin. Es gab also auf beiden Seiten eine sehr große Bereitschaft zu politischen Konsultationen. Frau Letitia Ramos-Shahani unterstützte auch in ihrer späteren Tätigkeit als Senatorin die Arbeit der Botschaft ganz ausgezeichnet, war jederzeit zu Gesprächen mit DDR-Vertretern bereit:  stellvertretender Außenminister, Abteilungsleiter des MfAA, Oberbürgermeister von Berlin, Journalisten des Deutschen Fernsehfunks, des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (ADN) und von verschiedenen Zeitungen. Über sie hatte ich auch einen sehr guten Kontakt zu ihrem Bruder, dem damaligen Generalstabschef der Armee und späteren Verteidigungsminister und dann Präsidenten Fidel Ramos.

Mir gab noch vor meiner Akkreditierung ein Professor der  University of the Philippines (UP) den wertvollen Rat, in der politischen Kontakt- und Analysetätigkeit auf die Familienzugehörigkeit der einzelnen Politiker zu achten, weil die Familie auf den Philippinen eine sehr große Rolle spiele. Insgesamt war die politische Kontaktarbeit auf den Philippinen sehr effektiv, machte einfach Spaß. Bei dringenden Anliegen erhielt man noch am gleichen Tag einen Termin beim Außenminister, beim Gesundheitsminister, beim Senatspräsidenten und bei anderen. Ich gab beispielsweise am 15. Januar 1987 ein Essen zu Ehren des Vizepräsidenten und Außenministers Salvador Laurel. Er kam mit allen seinen Stellvertretern und dem Gesundheitsminister.

Aus heutiger Sicht erscheint mir eine Veröffentlichung  der „Diplomatic Post“ irgendwie symptomatisch. Sie brachte ein Bild mit der Unterschrift: „ Federal Republic of Germany - Foreign Minister S. H. Laurel in a toast with Dr. Jürgen Warnke, FRG’s Minister for economic cooperation after they signed agreements extending Peso 655.6 million of aid to the Philippines.“ Darunter ein Bild mit der Unterschrift: „German Democratic Republic – President Corazon Aquino receives the credentials of H.E. Eberhard Kunz, the new GDR ambassador to the Philippines last August 8.“[54] Symptomatisch in der Hinsicht: die Bundesrepublik konzentrierte sich auf die Wirtschaft und die Entwicklungshilfe, die DDR auf die politischen Beziehungen.

Ausdruck der guten politischen Beziehungen, gegenseitigen Wertschätzung und der Tatsache, dass die DDR voll als Partner akzeptiert wurde, war  bei der Akkreditierung eine hervorgehobene Formulierung von Präsidentin Corazon Aquino in ihrer Antwortrede: “I wish to express our people’s desire to strenghthen the friendly relations between our two countries, not only for mutual benefit and welfare, but also in the interest of world peace.“[55]

Die politischen Beziehungen waren sehr intensiv, die aktive Kontaktarbeit breit gefächert und effektiv. Sie bezog breite Kreise der Philippinen ein und führte zu einem wachsenden Kreis von Freunden der DDR aus allen politischen Richtungen: Politiker, kommunale Vertreter, religiöse Kreise, Künstler, Wissenschaftler, Journalisten und andere Multiplikatoren. Es gab regelmäßige gegenseitige Besuche von Wissenschaftlern der Humboldt-Universität, der  University of the Philippines, der De La Salle University, der University of Santo Tomas, der Ateneo de Manila University u.a.

Frau Linda Abad arbeitete als Tagalog-Lehrerin an der Humboldt-Universität.

Frau Dr. rer. nat. Helen Yap studierte in Rostock Meeresbiologie, verteidigte dort ihre Dissertation und ist heute auf den Philippinen eine hochgeachtete Wissenschaftlerin. Botschafter Merkel und ich hielten zahlreiche Vorlesungen und Vorträge an den einzelnen Universitäten, im Rotary Club und in anderen Einrichtungen, gaben häufig Interviews für das Fernsehen und für verschiedene Zeitungen, nahmen an Diskussionsrunden im Fernsehen teil. Ich betrachtete diese Form der politisch-diplomatischen Arbeit als sehr wichtig und wirksam. Dennoch wurde ich von einem Sektorleiter der Schaltzentrale - des Zentralkomitees der SED (ZK)  - hart kritisiert: „In Berlin ist man der Meinung, du willst dich damit nur hervortun. Das sind karrieristische Tendenzen!“ Karrierismus war in den Termini der SED-Funktionäre eine ganz schwere Verfehlung. In meiner Zeit in Manila habe ich weder im Fernsehen noch in Zeitungen ein Interview des bundesrepublikanischen Botschafters verfolgen können.

In der ungewöhnlich langen Vorbereitungszeit auf meinen Einsatz in Manila habe ich mich auch gründlich mit den Werken, Briefen und dem Schaffen des großen philippinischen Nationalhelden

Dr. Jose´ Protacio Rizal Mercado y Alonso (1861-1896) beschäftigt. Ein Professor der Philippine University bat mich dann einmal, eine Gastvorlesung über den Deutschland-Aufenthalt Rizals zu halten. Ich sprach 2 Stunden über die Tätigkeit Rizals in Berlin, Leipzig, Halle (Saale), Dresden, Erfurt und Wilhelmsfeld (Heidelberg) und beantwortete drei Stunden zahlreiche Fragen.

In Dresden war er voll des Lobes über die Bildergalerie[56], von der später noch die Rede sein wird. Nach diesem Vortrag konnte ich mich kaum noch retten: die zahlreichen Universitäten, die San Beda High School, der Rotary Club u.a. wollten mich als Redner. Einen solchen Vortrag hielt ich in Anwesenheit von Präsidentin Corazon Aquino, Senatorin Letitia Ramos-Shahani, Außenminister Raul S. Manglapus und Generalstabschef Fidel Ramos. Danach nahm mich der altehrwürdige Rizal-Orden unter der Leitung des Supreme Commander Sir Conrado M. Vasquez, KGCR[57],  und des Supreme Commander Emiritus, meines guten Freundes  Sir Claudio Teehankee, KGCR, Oberster Richter,  in einer sehr feierlichen Zeremonie als Lifetime Member mit dem Rang KCR auf, der zum Titel Sir berechtigt. Bei dieser Veranstaltung war auch der letzte lebende Neffe Rizals, Zoilo Alberto, anwesend. Ich war vorher schon oft bei ihm zu Gast. Aus Freude über die Aufnahme schrieb er einen Scheck über 50 000 Peso für den Rizal-Orden.[58]

Am 06. März 1989 wurde an der Humboldt-Universität in Anwesenheit von Prof. Jose´ David Lapuz von der University of Santo Tomas die „Gesellschaft der Freunde Rizals“ gegründet, Präsident der Gesellschaft wurde Prof. Dr. Kurt Huber.[59] Dabei mußte ich an die Worte Jose´ Rizals in einem Brief an Prof. Ferdinand Blumentritt denken: „Filipinos sollten an Hochschulen in Deutschland studieren.“[60] Prof. Lapuz schenkte mir das Buch „Jose´Rizal and the University of Santo Tomas“ von Fidel Villarroel und schrieb in der Widmung: „Dear Ambassador Kunz, For your reading pleasure, and may our Rizalian friendship increase with each passing year. Rizal could be the bridge between GDR and the Philippines.“

Auch der Rotary Club ernannte mich zum Ehrenmitglied und wollte mich sogar verpflichten, in der DDR chapters des Rotary Clubs zu gründen!

Bei einem Vortrag im Rotary Club of  Sta. Mesa West, Quezon City über außenpolitische Fragen saß neben mir eine sehr resolute und intelligente Dame, die über ökonomische Fragen referierte: Frau Gloria Macapagal Arroyo, die jetzige Präsidentin der Republik der Philippinen. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Nationalhymnen der Philippinen und der DDR gespielt. Ein Vortrag im Rotary Club war eigentlich Pflicht für jeden Botschafter. In verschiedenen philippinischen Zeitungen wurde der sowjetische Botschafter kritisiert. Er sei schon ein Jahr im Lande und habe noch nicht einen einzigen Vortrag im Rotary Club gehalten. Die Vorträge waren freilich keine Tendenzen zum Karrierismus, sondern Fakten einer sehr effektiven Öffentlichkeitsarbeit, einer echten Auslandsinformation.

Sehr begehrt waren auf den Philippinen die zahlreichen Broschüren der DDR-Auslandsinformation. Oft kamen ganze Schulklassen in die Botschaft, um sich diese Materialien abzuholen. Als ich den Leiter der Abteilung Auslandsinformation des MfAA, Otto Pfeiffer, um eine umfangreichere Belieferung bat, wollte er mir das gar nicht glauben. Die Auslandsinformation (AI) hatte allerhöchste Unterstützung, sie wurde im ZK der SED nach dem Motto „Hoch auf dem gelben Wagen“ vom Schwager Honeckers, Manfred Feist, geleitet. Sie konnte noch zum 40. Jahrestag der DDR große Erfolge melden: 5600 politische und kulturelle Veranstaltungen in 70 Ländern mit 2,8 Mill. Teilnehmern.[61]

Ausdruck der guten politischen Beziehungen war auch, dass der DDR-Botschafter zum 40. Jahrestag der DDR am 07. Oktober 1989 zahlreiche Glückwunschschreiben von Senatoren, Ministern, Künstlern, Wissenschaftlern u.a. erhielt, was eigentlich ungewöhnlich war. Das Schreiben von Verteidigungsminister Fidel Ramos lautet: „Dear Ambassador Kunz, the entire Department of National Defense of the Philippines joins me and Mrs. Ramos in extending our warmest felicitations to you and to the entire German community in the Philippines on the occasion of the 40th Anniversary of the German Democratic Republic to-day. With assurances of further strengthening the existing bonds of friendship between our two countries. With best wishes. Sincerely yours, Fidel Ramos.“

Das Verhältnis der beiden deutschen Botschaften in Manila war korrekt, entsprach den diplomatischen Gepflogenheiten und Regeln. Ich hatte aber den Eindruck, dass sich die Diplomaten der BRD auf Empfängen und Veranstaltungen sehr selten sehen ließen, uns im Grunde das wichtige Feld der politischen Beziehungen und der diplomatischen Kontaktarbeit überließen. DDR-Diplomaten nahmen an allen Veranstaltungen des „Diplomatic Kapihan“ teil und hielten auf diesem Forum auch Vorträge. Die BRD-Diplomaten negierten diese Einrichtung völlig. Die „Diplomatic Post“ veröffentlichte regelmäßig die Liste der Teilnehmer der Veranstaltungen (nahezu alle in Manila vertretene Botschaften), niemals erschien ein Vertreter der BRD-Botschaft und der USA-Botschaft.

Verwechslungen waren auf den Philippinen eher selten. Man wusste sehr wohl zwischen den beiden deutschen Staaten und ihren Botschaften zu unterscheiden. Eine Verwechslung der Hymne wie bei der Akkreditierung des DDR-Botschafters in Nigeria, beim Staatsbesuch des Bundespräsidenten

Richard v. Weizäcker in Chile oder beim jüngsten Besuch des Bundesaußenministers Joschka Fischer in Südostasien gab es auf den Philippinen zu keiner Zeit. Ich hatte für die Kranzniederlegung am Rizal-Denkmal nach der Akkreditierung vorsichtshalber den Hausmeister zum Orchester geschickt, um zu prüfen, welche Noten vorlagen. Es waren natürlich die Richtigen.

Lediglich der Bürgermeister von Baguio, Ramon L. Labo Jr., überreichte mir am 15.02.1988 anläßlich der Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt einen großen geschnitzten Schlüssel mit der Aufschrift: „Key to the city of Baguio. Presented to His Excellency Ambassador Eberhard Kunz, Federal Republic of Germany.“ Der Parlamentspräsident erzählte mir eines Tages, dass er in meinem wunderschönen Land gewesen sei. Auf meine Frage „East or West?“ antwortete er kurzerhand:

„I think it was in the South!“. Er war nämlich im Freistaat Bayern.

Einmal konnte ich sogar einen bescheidenen Beitrag zur Gefahrenabwendung für die BRD-Botschaft leisten. Ich stieg ins Auto und wollte zu einem Empfang beim Generalstabschef der Armee fahren. Da war ich plötzlich von einer großen Motorrad-Eskorte der Armee umgeben, kam dadurch natürlich sehr schnell durch die chronisch verstopften Straßen der Hauptstadt. Bei der Begrüßung fragte ich den Generalstabschef, ob es für die Eskorte irgendwelche Gründe gibt. Da lachte General Fidel Ramos laut los und erklärte mir, er habe Befehl gegeben, den deutschen Botschafter zu schützen, gemeint war aber der andere. Die Rückfahrt erfolgte wieder mit Eskorte, sie wurde erst kurz danach abgezogen. In der Botschaft lag ein Brief an den deutschen Botschafter mit der Anschrift unserer Botschaft. Der Brief selbst war aber an den westdeutschen Botschafter adressiert. Er enthielt Forderungen und schwere Drohungen der Familie einer abservierten Freundin des Botschafters der Bundesrepublik. O tempora, o mores! Ich rief sofort die andere deutsche Botschaft an. Der Kanzler der Botschaft, der offensichtlich Bereitschaftsdienst hatte, sah sich außerstande, den Brief abzuholen. Ich schickte unverzüglich meinen Fahrer los. Der Botschafter hat sich schriftlich und mehrfach mündlich bei mir für die Hilfe bedankt, meinte aber diplomatisch, dass es sich nur um Quisquilien handelte.

Bei einer Ausstellung im Außenministerium im Jahre 1988 wurde in der zu diesem Anlaß herausgegebenen Broschüre die DDR an exponierter Stelle erwähnt, die BRD aber gar nicht. Der Außenminister informierte mich vertraulich, dass der BRD-Botschafter dagegen offiziell Protest eingelegt hatte. Der Außenminister wies den Protest zurück und erklärte, dass es längst an der Zeit sei, die DDR einmal besonders herauszustellen. Solche Proteste wurden regelrecht habitualisiert.

Ein echter Konkurrenzfall ergab sich bei der Einladung zur 750-Jahr-Feier in Berlin. Ich hatte schon frühzeitig den Vizepräsidenten und Außenminister Salvador Laurel gefragt, wer für eine Einladung in Frage kommen könnte. Problem dabei war, daß Metro Manila von der Gattin des früheren Präsidenten, Frau Imelda Marcos, geleitet wurde und die neue Verwaltung noch nicht richtig arbeitete. Der Minister riet mir, den Bürgermeister von Manila einzuladen, was ich dann auch unverzüglich tat. Bürgermeister Gemiliano „Mel“ Lopez nahm die Einladung erfreut entgegen und sagte eine Teilnahme in Ost-Berlin zu. Einige Wochen danach kam die Sekretärin des Bürgermeisters ganz aufgeregt in die Botschaft und erklärte mir, dass der westdeutsche Botschafter auch eine Einladung zusammen mit 6 Erste-Klasse-Flugkarten der Lufthansa übergeben und eine größere Summe für die Stadtkasse in Aussicht gestellt habe. Sie befürchtete, der Bürgermeister könne sich umorientieren.

Dagegen war ich natürlich macht- und mittellos. Ich machte dann aber auf einem Empfang den Außenminister darauf aufmerksam und erklärte ihm, dass sein Vorschlag sehr gut war, nun aber nicht realisierbar sei. Noch am nächsten Tag lud mich Bürgermeister Gemiliano Lopez zum Essen ins Manila-Hotel und erklärte mir, dass er natürlich an der Feier in Ost-Berlin teilnimmt. Er reiste dann auch an der Spitze einer sechsköpfigen Delegation an. Heute hege ich den Verdacht, dass er die 6 Lufthansa-Flugkarten benutzt hat, denn An- und Abflug erfolgten über West-Berlin.

Der Aufenthalt im Juni 1987 war sehr erfolgreich. Sehr gut kam bei allen Beteiligten eine schöne philippinische Sitte an. Bei einem Empfang ging „Mel“ Lopez kurzerhand mit seiner Delegation auf die Bühne. Sie sangen wunderschöne philippinische Lieder. Das strenge Protokoll war erst einmal außer sich, applaudierte dann aber begeistert mit. Er unterzeichnete mit Oberbürgermeister

Erhard Krack, der auch Mitglied des Ministerrates der DDR war,  einen Vertrag über die Städtepartnerschaft Berlin – Manila. Oberbürgermeister Krack führte dann im August 1989 zusammen mit dem stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schmahl (Blockpartei CDU) einen viel beachteten Gegenbesuch in Manila durch.[62]

Bei einem Gespräch zur Vorbereitung des Besuchs von Erhard Krack im Büro von „Mel“ Lopez ging auf einmal die Tür auf. Herein kam ohne jede Begleitung der Oberbürgermeister von Mainz,

Jakob „Jockel“ Fuchs. Offensichtlich war von der BRD-Botschaft gar kein Termin vereinbart worden. Herr Fuchs kam einfach vorbei und verschaffte sich kraft seines Amtes Zutritt. Er kam nur dazu, ein kleines Gutenberg-Büchlein zu überreichen und Grüße seiner Stadt zu übermitteln. Herr Lopez zeigte ihm deutlich, dass er stört. Ich musste dabei zwangsläufig an den schönen Satz denken: „Mainz wie es  singt und lacht!“

 

Der Deutsche Klub in Manila lud regelmäßig auch die DDR-Botschafter zu Veranstaltungen ein, sie haben davon Gebrauch gemacht. Berührungsängste gab es nicht. Zum großen Abschiedsessen des Außenministers für den DDR-Botschafter im Oktober 1989 wurde durch ein Versehen eines Mitarbeiters der Protokollabteilung (er hatte Goethe offensichtlich der DDR zugerechnet) auch der Leiter des Goethe-Instituts eingeladen. Er bedankte sich mehrfach dafür, dass ich ihn auf meine Einladungsliste gesetzt hätte. Zu Veranstaltungen des BRD-Botschafters sei er noch nie eingeladen worden.

Ein Korrespondent des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (ADN) für die Region war in Singapur stationiert. Er besuchte regelmäßig die Philippinen und berichtete sehr umfangreich in Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen über Ereignisse, Land und Leute.

Zu den politischen Beziehungen gehörten auch die Parteibeziehungen. Es gab Begegnungen von Vertretern der Liberal Party (Senatspräsident Jovito Salonga) mit Vertretern der Liberal-Demokratischen Partei (stellvertretender Ministerratsvorsitzender und Justizminister 

Hans-Joachim Heusinger), der Nationalist Party (Vizepräsident Laurel) mit Vertretern der National-Demokratischen Partei (stellvertretender Staatsrats-Vorsitzender Heinrich Homann) als auch die Beziehungen der Sozialistischen Einheitspartei (SED) zur Kommunistischen Partei der Philippinen (KPdPh).[63]

Letztere beschränkten sich auf den Austausch von Grußadressen, die Teilnahme von Vertretern der KPdPh an Parteitagen der SED und die Bereitstellung von Studienplätzen.[64] In seiner Lageeinschätzung[65] nannte Axen die kommunistischen und Vorhutparteien, die bei ihrer Stärkung und bei der Entwicklung ihrer Führungsqualitäten unterstützt werden sollen. Da waren Parteien in Indien, Chile u.a. genannt, nicht aber die KPdPh.

Die KPdPh ist eine legale Partei mit etwa 3000 Mitgliedern, sie darf nicht mit der illegalen maoistischen Kommunistischen Partei unter Jose´ Maria Sison (PKP-M oder CCP-M) verwechselt werden.

Der Vorsitzende der KPdPh, Felicisimo Macapagal, sandte noch am 19. Oktober 1989 ein Schreiben an das ZK der SED: „... we received with great interest news of the election by the SED Central Committee of Comrade Egon Krenz as the new General Secretary of your party ... we take this opportunity to reaffirm our solidarity with the SED and the people of GDR ...“[66]

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die DDR-Botschaft in Manila war die Tatsache, dass dort kein Resident der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit stationiert war und dass durch den Honecker-Besuch ein relativ großes Budget zur Verfügung stand, das sich später niemand zu kürzen traute. Nach der Schließung der HPA im Jahre 1986 konnte die Botschaft weiterhin über den Repräsentationsfonds des MAH verfügen, was natürlich der Kontaktarbeit sehr zugute kam. Weihnachten und Neujahr wurden mit wichtigen Kontaktpartnern Geschenke ausgetauscht. 1988 konnte ich aufgrund des doppelten Fonds der Präsidentin eine geschnitzte Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge schicken. Ein Dank für die Geschenke war unüblich, sie schickte aber ein handschriftliches Dankschreiben und lobte die hohe Kunstfertigkeit der Erzgebirgischen Schnitzer.

Eine wichtige Säule der Beziehungen war die kulturell-wissenschaftliche Zusammenarbeit. Hierzu wurde am 23. Juni 1983 ein Abkommen abgeschlossen, dann Jahresarbeitspläne vereinbart. Botschafter Dr. Kurt Merkel, der viele Jahre Leiter der Kulturabteilung des DDR-Außenministeriums war, setzte auf diesem Gebiet markante Meilensteine. Im Rahmen dieses Abkommens kam der Intendant am Weimarer Nationaltheater und Brecht-Experte Fritz Bennewitz jedes Jahr nach Manila und inszenierte mit einem riesengroßen Erfolg die Aufführung  des „Herr Puntila und sein Knecht Matti“  sowie den „Galileo Galilei“ von Bertold Brecht und andere. Die Leistung des Herrn Bennewitz kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Er schuf mit seinem Wirken nachhaltige Eindrücke. Erst neulich erinnerten mich philippinische Persönlichkeiten auf Veranstaltungen des Rizal-Ordens im Beisein des Trägers des Grand Cross des Rizal-Ordens, Studiendirektor i.R. Sir Alexander L. Ma. Mushake, an die hervorragenden Aufführungen.

1989 nahm Ma. Luisa Torres-Reyes von der Ateneo de Manila University an einem akademischen Symposium und Theater-Festival zum Thema „Brecht-Dialog“ in Berlin teil und traf dort auch Herrn Fritz Bennewitz. Im November 1979 gab das Orchester der Schweriner Philharmonie unter Leitung des Dirigenten Dr. Förster in Manila mehrere mit Begeisterung aufgenommene Konzerte.[67] Leider ist es nicht gelungen, den auf den Philippinen sehr bekannten und geschätzten DDR- Kammersänger Peter Schreier für eine Konzertreise zu bekommen.

Sehr erfolgreich waren auch die Besuche von DDR-Sportlern auf den Philippinen, so unter anderem das Trainingsprogramm von Waldemar Cierpinski, Goldmedaillen-Gewinner im Marathon-Lauf 1976 in Montreal und 1980 in Moskau, mit philippinischen Sportlern. Diese Aufenthalte sollten eigentlich von der philippinischen Seite finanziert werden, der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) hatte aber die Kosten a priori als Entwicklungshilfe verbucht.

Im Rahmen des Kulturabkommens schickte der Blindenverband der DDR aus Leipzig regelmäßig Noten in Blindenschrift nach Manila. Sie wurden der Gattin des Vizepräsidenten, Frau Celia Laurel, übergeben, die jedes Mal ein kleines Konzert veranstaltete, bei dem blinde Künstler nach diesen Noten spielten.

Große Eindrücke hinterließ auch eine umfangreiche Ausstellung mit Reproduktionen „Alte Meister“ der Zwinger-Galerie in Dresden. Diese Ausstellung wurde im Oktober/November 1988 mehrfach in Manila und in Baguio gezeigt und am Ende dem UP College Baguio geschenkt. Die philippinischen Zeitungen berichteten ausführlich über diesen Event. Hier ein kurzer Auszug:  „His Excellency Ambassador Eberhard Kunz and his lovely wife, Inge, were the guests of honor of the University of the Philippines College Baguio during the opening ceremonies of the Dresden Collection exhibit held at the UP College Auditorium November 8. The exhibit was one of the major cultural activities of the college headed by Dean Patricio Lazaro and was among the most well-attended held in the campus in many years.“[68]

Es gab weitere regelmäßige Ausstellungen: Spielzeug in der Toy Manufacturers Association, Briefmarken etc.

Am Festival des politischen Liedes in der DDR nahm 1987 der bekannte philippinische Sänger und Maler Heber Bartolome´ mit großem Erfolg teil. 1987 führte ein großes philippinisches Tanzensemble eine überaus erfolgreiche Tournee in der DDR durch. Alle Veranstaltungen waren ausverkauft. Großen Eindruck im „Metropol-Theater“ in Berlin und bei allen anderen Aufführungen hinterließ der typisch philippinische Bambus-Tanz.

Sehr wichtig nahmen die Philippinen auch die jährliche Teilnahme philippinischer Sänger am Schlagerfestival in Dresden. Hierbei erreichte die Sängerin Jam Morales 1985 den 3.Platz und die Sängerin Lourna Pal 1986 den Grand Prix. Beide Sängerinnen traten auch im Deutschen Fernsehfunk mit philippinischen und deutschen Liedern auf. Präsidentin Aquino hatte beide Sängerinnen und das Tanzensemble vor ihre Abreise in die DDR zu „Ambassadors of Good Will“ ernannt. Die DDR trug die Flug- und Aufenthaltskosten für alle philippinischen Künstler, zahlte Gagen.

Eine sehr wichtige Säule der politischen Arbeit, der Kontakt- und Öffentlichkeitsarbeit war die „Gesellschaft der Freunde der DDR“. Sie wurde am 19. Oktober 1979 gegründet, hatte einige Hundert Mitglieder, Außenstellen im Lande (u.a. in Cebu) und wurde von einem Board of Directors geleitet. Präsidentin der Gesellschaft war seit 1987 die Schwiegertochter des ehemaligen Staatspräsidenten, Frau Lourdes Casas-Quezon, Vizepräsident der UP-Professor Romeo Dizon. Mitglieder waren u.a. die bekannte Wissenschaftlerin Prof. Dr. Minerva Laudico, der berühmte Organist Prof. Ruben Hilario, der Vorsitzende des Nationalen Historischen Institutes Prof. Esteban de Ocampo,  der Rizal-Neffe Zoilo Alberto und seine Gattin, viele Künstler, Schriftsteller, Lehrer, Geschäftsleute, Rechtsanwälte und Regierungsangestellte. Die Freundschaftsgesellschaften waren aktive Partner der Liga für Völkerfreundschaft. Es gab insgesamt 67 solche nationalen Freundschaftsgesellschaften, allein 6 in 5 südostasiatischen Ländern.[69] Die Gesellschaft „Freunde der DDR“ leistete eine überaus aktive Arbeit, gab regelmäßig eine Zeitschrift „Friends“ heraus, die im ganzen Lande kostenlos verteilt wurde. 1988 wurde die DDR-Broschüre „Fragen und Antworten in der DDR“ ins Tagalog übersetzt und veröffentlicht. Sie organisierte Gesangswettbewerbe, Ausstellungen, Filmvorführungen, Vorträge, einen Artikelwettbewerb an 15 philippinischen Schulen zum Thema „Frieden und Freundschaft der Völker“. Die Weltklasse-Turnerin Erika Zuchold (4 Silber- und 1 Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Mexiko und München, Weltmeisterin 1970 im Pferdsprung und am Schwebebalken) organisierte im April 1987 über die Liga für Völkerfreundschaft für die Freundschaftsgesellschaft einen hervorragenden Zeichenwettbewerb. 100 Zeichnungen Leipziger Schüler wurden in der Philippine Normal College Library ausgestellt, die 10 besten prämiiert. 100 Zeichnungen philippinischer Schüler gingen nach Leipzig, 10 davon wurden ebenfalls prämiiert. Alle Teilnehmer erhielten eine Urkunde.

Eine Delegation der Gesellschaft nahm auch an der 750-Jahr-Feier in Ost-Berlin teil: Lourdes Casas-Quezon, Alma Fernandez, Eleanor Trinidad, Sonya Ligot, Elsa Mapua. Sie trafen dort die Delegation mit Bürgermeister Gemiliano Lopez.

Nach der Konferenz über atomwaffenfreie Zonen gab die Freundschaftsgesellschaft eine Sonderausgabe ihres Bulletins heraus und veranstaltete am 27. Juli 1988 zusammen mit dem Asian Institute for a New World Order (AINWO) ein Forum im Philippine Normal College zum Thema der Konferenz. Dabei sprachen Senator Wigberto Tanada, Prof. Merlin Magallona und Rechtsanwalt Honesto Cueva.

Die Freundschaftsgesellschaft finanzierte sich aus den Mitgliedsbeiträgen und aus Verkaufsausstellungen, für die die Liga für Völkerfreundschaft jedes Jahr Volkskunsterzeugnisse wie Erzgebirgische Schnitzereien schickte.

Jedes Jahr nahm eine Delegation der Freundschaftsgesellschaft an Veranstaltungen der Liga für Völkerfreundschaft in der DDR oder an Seminaren in Weimar teil. Alle Teilnehmer berichteten dann in Manila umfassend über ihre Eindrücke, schrieben längere Artikel in den verschiedenen Zeitungen, so zum Beispiel A. G. Garcia über den Sport in der DDR.

Auf Initiative der Freundschaftsgesellschaft fertigte der philippinische Künstler

Prof. Leonides „Ding“ Valdes ein wunderschönes Relief  von Jose´ Rizal an. Dieses Relief nahm Botschafter Rafael Gonzales auf meine Bitte hin mit nach Berlin zur Liga für Völkerfreundschaft. Es wurde dann an dem Haus in der Jägerstraße 71 in Berlin-Mitte angebracht, in dem Rizal 1886/1987 im III. Stock gewohnt hatte. Die Enthüllung nahm die stellvertretende Außenministerin

Letitia Ramos-Shahani vor, die schon 1978 als Botschafterin bei der Enthüllung einer Gedenktafel[70] an diesem Haus anwesend war.

 Leider wurden die Gedenktafel und das Relief 1995 demontiert und befinden sich offenbar beim Senat von Berlin.

Im März 1987 nahmen Dr. Crisanto Rivera (Philippine Normal College) und Prof. Lydia Gonzales Garcia (University of the Philippines) als Vertreter der Freundschaftsgesellschaft an einer Konferenz der Humboldt-Universität zum 100. Jahrestag der Veröffentlichung des Romans „Noli me tangere“ von Jose´ Rizal teil. Rizal hatte den Roman am 21. Februar 1887 abgeschlossen und im März 1887 in der Berliner Buchdruckerei-Actien-Gesellschaft der Setzerinnenschule des Lette-Vereins mit 2000 Exemplaren in spanischer Sprache setzen und drucken lassen. Er wohnte in dieser Zeit in dem erwähnten Haus in der Jägerstraße 71 in Berlin-Mitte. Die beiden Wissenschaftler werteten ihre Teilnahme und die hohe Würdigung Rizals in der DDR umfassend in Vorträgen und Veröffentlichungen aus.

Die Freundschaftsgesellschaft organisierte auch Treffen, wichtige Kontakte und Reisen ins Landesinnere für die Botschaft. Eine Reise führte nach Cavite. Dort gab es Gespräche mit dem Governor und anderen Kommunalpolitikern. Eine andere Reise führte nach Calamba, Provinz Laguna

zum Geburtshaus von Jose´ Rizal. Dort waren alle Kommunalpolitiker der Provinz versammelt. Sie waren vom großen Interesse der DDR am philippinischen Nationalhelden sehr angetan.

Mit dem Ende der DDR endete auch die Tätigkeit der Freundschaftsgesellschaft.[71] Die Präsidentin der Gesellschaft, Lourdes Casas-Quezon, bot der dann gesamtdeutschen Botschaft an, die Tätigkeit als philippinisch-deutsche Freundschaftsgesellschaft aktiv fortzusetzen. Ihr wurde empört beschieden, dass es dafür keinerlei Interesse gibt. Es ist ein großer Fehler, alles, was irgendwie an die DDR erinnern könnte, einfach beiseite zu schieben. Eine solche Gesellschaft kann für die Vertiefung der Beziehungen sehr gute Dienste leisten.

Die Abwicklung der DDR-Botschaft in Manila verlief sonst problemlos. Das war nicht überall so. Der DDR-Botschafter in Afghanistan erhielt den Auftrag, das Inventar der BRD-Botschaft zu übergeben; dort gab es aber gar keine. Den DDR-Botschafter in Benin hatte man ganz vergessen. Er arbeitete einfach längere Zeit über den Tag der Deutschen Einheit hinaus weiter, mußte sich aber melden, als die Geldüberweisungen ausblieben.

Im Verband für Internationale Politik und Völkerrecht e.V.[72], dem u. a. über 300 ehemalige Mitarbeiter des MfAA angehören, gab es eine Diskussion darüber, wann die Sowjetunion die DDR aufgegeben hat. Man einigte sich auf Ende 1989.[73] Aus den Erfahrungen in Manila habe ich eine andere Meinung. 1988 weilte der sowjetische Außenminister Schewardnadse zu einem offiziellen Besuch in Manila. Er war der erste Außenminister eines sozialistischen Landes, der die Botschafter der sozialistischen Länder nicht zu einem gesonderten Treffen einlud. Bei der Verabschiedung auf dem Flugplatz machte er um die kubanische Botschafterin und den DDR-Botschafter demonstrativ einen Bogen. Wir waren uns dann mit der kubanischen Botschafterin Maria Gonzales einig, dass Schewardnadse Kuba und die DDR mental bereits aufgegeben hatte. Eine solche Haltung konnte aber auch ein Katastrophen-Politiker ohne Abstimmung mit seinem KPdSU-Generalsekretär und UdSSR-Präsidenten Gorbatschow nicht einnehmen.[74]

Die Tätigkeit auf den Philippinen zur Entwicklung und Vertiefung der Beziehungen war sehr anstrengend, hat aber insgesamt doch nach dem Motto per aspera ad astra viel Spaß gemacht. Das philippinische Volk ist sehr intelligent, fleißig und freundlich. Ich habe keine einzige Nölliese getroffen.

Mich verbinden heute noch gute Kontakte zu philippinischen Persönlichkeiten. Zur Übernahme des Präsidentenamtes habe ich Frau Gloria Macapagal Arroyo ein Glückwunschschreiben geschickt und sie an den gemeinsamen Auftritt im Rotary-Club erinnert. Sie antwortete mir mit einem sehr freundlichen Brief.

Ich bin Herrn Alexander Mushake, Herrn Honorarkonsul Manfred Schnell und Herrn Dr. Robert Martens von der Universität Hamburg sehr dankbar, dass sie mich aktiv in die Arbeit des hochangesehenen Rizal-Ordens, des Honorarkonsulates in Potsdam und des Philippine Center in Hamburg einbezogen haben.

Die einzelnen völkerrechtlichen Übereinkünfte der DDR mit der Republik der Philippinen mußten nach dem Tag der Deutschen Einheit am 03. Oktober 1990 aufgekündigt werden. Die Bundesregierung hat das zu folgenden Übereinkünften getan:[75]

 -          Gemeinsames Kommunique über die Herstellung diplomatischer Beziehungen vom 21. September 1973;

-          Handelsabkommen vom 07. Dezember 1977;

-          Vereinbarung des MfAA der DDR und des Außenministeriums der RP vom 23. Juli 1980 über die Errichtung von Botschaften;

-          Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit vom 06.Juli 1983;

-          Abkommen über die Vermeidung der Doppelbesteuerung vom 17. Februar 1980.

Darüber wurde auch die Regierung der Republik der Philippinen informiert. Nicht gekündigt wurde dabei die Vereinbarung über Maßnahmen zur Entwicklung der ökonomischen Beziehungen vom

07. Dezember 1977. Sie dürfte deshalb noch heute de jure Gültigkeit haben. Das Gleiche betrifft den Vertrag über die Städtepartnerschaft Berlin – Manila. Dabei gilt natürlich rein formal auch hier der alte völkerrechtliche Grundsatz:

                                                              Pacta sunt servanta!

(Der Autor war DDR-Botschafter auf den Philippinen, er ist Träger der Philippinischen Orden Ritterlicher Kommandeur des Rizal-Ordens, Träger des Sikatuna-Ordens in dem Rang „Datu“ (Grand Cross))

[1] Gemeinsames Kommunique über die Herstellung diplomatischer Beziehungen vom 21. September 1973, „Neues Deutschland“ vom 22. September 1973
[2] Joachim Naumann in „DDR-Außenpolitik im Rückspiegel. Diplomaten im Gespräch“, LIT VERLAG Münster 2004, Seite 83
[3] „Der Spiegel“, Nr. 42/99 vom 18.10.1999
[4] „Neues Deutschland“, Nr. 101 vom 13.April 1970, Seite 1
[5] Valuta-Mark (VM) war eine Verrechnungseinheit, die die nicht konvertible  DDR-Mark mit Hilfe spezifischer Kurse und Koeffizienten für Ex- und Importpreise in ausländischer Währung ausdrückte, sie war ungefähr paritätisch mit der DM
[6] Akten Büro Politbüro-Mitglied und Wirtschaftslenker Mittag in der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO-BArch.) in 12205 Berlin-Lichterfelde. Alle angeführten Stellen sind in diesem Archiv unter dem Stichwort „Philippinen“ oder dem im Text angeführten Aktenverzeichnis oder dem Stichwort zu finden
[7] „horizont“ Nr. 52/69, Seite 15
[8] Akten Büro Honecker im SAPMO-BArch., DY 30,  2475
[9] Akten Büro Honecker im SAPMO-BArch., DY 30, 2475
[10] Akten Büro Axen im SAPMO-BArch., FB 126
[11] Akten Büro Politbüro-Mitglied Lamberz im SAPMO-BArch., DY 30
[12] Akten Büro Honecker im SAPMO-BArch., DY 30, 3186
[13] ebenda wie Fußnote 12
[14] Akten Büro Mittag im SAPMO-BArch., DY 30, 3184
[15] Jahresanalyse des Handelsrates für 1978 im SAPMO-BArch., DL 2, 6343, Seite 162
[16] HPA war eine Abteilung innerhalb der Botschaft, sie war im Grunde eine staatliche Handelsvertretung
[17] Jahresanalyse des Handelsrates für 1978 im SAPMO-BArch., DL2, 6343, Seite 163
[18] Aufgrund des staatlichen Monopols des Außenhandels erfolgten Ex- und Import über die AHB, nicht direkt über die Betriebe
[19] Akten Büro Mittag im SAPMO-BArch., DY 30, 3184
[20] Akten Büro Mittag im SAPMO-BArch.,  DY 30, 3184, Bericht des stellvertretenden Ministers für Außenhandel der DDR (MAH), Sachse, an Günter Mittag
[21] Länderblatt Philippinen im SAPMO-BArch., DSL 2, 6187a, Seite 426
[22] Akten Büro Mittag im SAPMO-BArch., DY 30, 3184
[23] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., DL2, 6393a, Seite 567
[24] Jahresanalyse des Handelsrates für 1980 im SAPMO-BArch., DL 2, 6370, Seite 443
[25] ebenda wie Fußnote 20
[26] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., DL 2, 6135a, Seite 529
[27] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., DL 2, 6382, Seite 145
[28] Jahresanalyse des Handelsrates für 1982 im SAPMO-BArch., DL 2, 6393a, Seite 567
[29] RGW war eine 1949 gegründete internationale Wirtschaftsorganisation der sozialistischen Länder mit Sitz in Moskau, im Englischen auch COMECON genannt: Council of Mutual Economic Assistance
[30] Länderblatt der Philippinen im SAPMO-BArch., DL 2, 6187a, Seite 425
[31] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., 6135a, Seite 527-533
[32] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., DL 2, 6164, Seite 147-151
[33] Bericht des Handelsrates über Dienstreisen im SAPMO-BArch., DL 2, 9394a
[34] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., DL 2, 6187a, Seite 425
[35] Archiv des MAH im SAPMO-BArch., DL2, 6397, Seiten 49-50
[36] ebenda wie Fußnote 34, Seite 426
[37] Jahresanalyse des Handelsrates für 1981 im SAPMO-BArch., DL2, 6382, Seite 145
[38] ebenda wie Fußnote 37, Seite 147
[39] Jahresanalysen des Handelsrates der einzelnen Jahre im SAPMO-BArch., DL2
[40] cif = cost, insurance freight; fob = free on board; c&f = cost, freight
[41] TVM war eine gebräuchliche Abkürzung für Tausend Valuta-Mark, also 1 TVM = 1000 Valuta-Mark
[42] Jahresanalysen des Handelsrates für 1981 und 1982 im SAPMO-BArch., DL 2 , 6382, Seiten 145-148 und

DL 2, 6393a, Seiten 567-572

[43] Bericht des Handelsrates im SAPMO-BArch., DL 2, 5359a, Seite 414
[44] ebenda wie Fußnote 43, Seite 416
[45] Jahresanalyse des AHB Textima für 1983 im SAPMO-BArch., DL 2, 6407, Seiten 148-150
[46] Interflug (IF) – staatliche Fluggesellschaft der DDR, Berlin-Schönefeld (SXF) – Zentralflughafen in Ost-Berlin
[47] Akten Büro Mittag im SAPMO-BArch., DY 30, 3184
[48] Akten Büro Honecker und Büro Tisch im SAPMO-BArch.
[49] „Neues Deutschland“ vom 20.09.1978
[50] Akten Büro Honecker im SAPMO-BArch., DY 30, 2475
[51] Akten NDPD im SAPMO-BArch.
[52] Akten Büro Honecker im SAPMO-BArch., DY 30, 3186
[53] „Neues Deutschland“ vom 24. Juni 1980
[54] „Diplomatic Post“, October-December 1986, page 5
[55] „Neues Deutschland“ vom 9./10. August 1986
[56] Jose´ Baron Fernandez, Jose´ Rizal – Doctor and Patriot, page 94
[57] KGCR = Knight Grand Cross of Rizal, KCR = Knight Commander of Rizal
[58] „Rizal Bulletin“, Vol.15, No.1, Febr. 1988
[59] „Berliner Zeitung“ vom 07.03.1989
[60] Jose´ Baron Fernandez, Jose´ Rizal – Doctor and Patriot, page 99
[61] Akten Büro Axen, AI-Bericht im SAPMO-BArch.
[62] „Berliner Zeitung“ vom 14./15. August 1989
[63] eigentlich PKP (Partido Komunista ng Pilipinas) oder CPP (Communist Party of the Philippines, das ZK der SED nutzte die Abkürzung KPdPh, um Verwechslungen mit der Portugiesischen Kommunistischen Partei (PKP) zu vermeiden
[64] Akten der Abteilung Internationale Verbindungen des ZK der SED (Abt. IV) im SAPMO-BArch., DY 30/IV
[65] Persönliche Verschlußsache 02/85 vom 20.08.1985 in Akten Büro Axen im SAPMO-BArch.
[66] ebenda wie Fußnote 64
[67] Akten der Abt. IV des ZK der SED im SAPMO-BArch., DY 30/IV
[68] „Friends of GDR in the Philippines“, Vol. VI, No. 1, December 1988
[69] Akten Büro Axen im SAPMO-BArch., FB 126
[70] Die Gedenktafel hatte folgende Inschrift: IN DIESEM HAUS / WOHNTE UND ARBEITETE / IM JAHRE 1887 JOSE´ RIZAL / HELD DES BEFREIUNGSKAMPFES /  DES PHILIPPINISCHEN VOLKES / HIER VOLLENDETE ER SEIN WERK / „NOLI ME TANGERE“
[71] In der DDR deponiertes Eigentum der Freundschaftsgesellschaft  (u. a. ein Filmvorführgerät) wurden von der BRD-Botschaft mit vereinnahmt, eine Herausgabe später verweigert
[72] www.vip-ev.de
[73] siehe Buch in Fußnote 2, Seiten 158 ff.
[74] KPdSU = Kommunistische Partei der Sowjetunion, UdSSR = Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
[75] BGBl. II, Seite 1148