Philippinen


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Kunz, Eberhard:

Rede auf der internationalen Tagung der Kababaihang Rizalista in Köln

gehalten am 13.05.2006

Magandang tapi po sa ilyong lahat!  (Das ist Tagalog und heißt: Guten Abend an Euch alle!)

Lady Jane Mushake!

Lady Bely Kirschner!

Sir Alexander Mushake, KGCR!

Sir Barry Bowman, KGOR!

Sir Celso Lacuna, KCR!

Sir Wolfgang Kandler, KCR!

Verehrte Ladies der Kababaihang Rizalista!

Liebe Confrater unseres altehrwürdigen und hoch angesehenen Rizal-Ordens!

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich bedanke mich bei Ihnen allen für die herzliche Einladung zu Ihrer wunderbaren Veranstaltung und für die freundliche Aufnahme und ausgezeichnete Betreuung. Von der ersten Sekunde an fühlt man sich bei Ihnen unter sehr guten Freunden, unter Gleichgesinnten im Sinne des Wirkens, Lebens und der Werke des genialen Nationalhelden  und Kämpfers für die Gerechtigkeit und Freiheit seines Volkes, Dr. Jose´  Rizal. Sein großer Traum war ja die Brüderschaft aller Menschen.

Ich bin nun seit 20 Jahren Mitglied auf Lebenszeit im Rizal-Orden mit dem Rang Ritterlicher Komandeur.

Bei der Vorbereitung auf meine Mission als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter auf den Philippinen hatte ich ungewöhnlich viel Zeit, weil sich meine Ausreise aufgrund des Machtwechsels von Marcos zu Corazon Aquino verzögerte. Neben dem Studium der Geschichte, der Ökonomie und Kultur der Philippinen beschäftigte ich mich natürlich auch umfassend mit dem Leben, den Werken und dem Briefwechsel Jose` Rizals. Es war einfach faszinierend, insbesondere der umfangreiche Briefwechsel mit Prof. Blumentritt, Prof. Dr. Meyer, Pfarrer Karl Ullmer u.a., die enge Freundschaft mit Prof. Dr. Virchow und dessen Sohn., seine Rhein-Reise und der Aufenthalt in Deutschland – in Köln, Bonn, Berlin, Heidelberg, Wilhelmsfeld, Dresden, Leipzig, Halle, Erfurt, München, Nürnberg, Stuttgart, Baden-Baden,

Frankfurt  a.M. Ich habe direkt seine Worte im Ohr: „Köln ist einfach wundervoll!“ Ihr Chapter macht dieser Aussage auch alle Ehre!

Er kam ja  jetzt exakt vor 120 Jahren nach Deutschland, am 03. Februar 1886 und blieb 16 Monate hier. Es ist einfach erstaunlich, wie weit er bei der damaligen Infrastruktur in der kurzen Zeit in Deutschland herumgekommen ist, wie viele enge Freundschaften er mit bekannten Wissenschaftlern, Ärzten, Vertretern der Kultur und der Religion und anderen geschlossen hat.

Nach einem gründlichen Studium all dieser Fakten reiste ich dann gut gerüstet nach Manila. Ein befreundeter Professor bat mich gleich zu Beginn meiner Tätigkeit, einen Vortrag an der UP über den Deutschland-Aufenthalt von Jose` Rizal zu halten. Der Vortragssaal war total überfüllt. Ich weiß nicht, ob mein Vortrag wirklich gut war, er wurde aber begeistert aufgenommen. Es gab dann noch lange und interessante Diskussionen.

Von da an konnte ich mich kaum noch retten. Alle Universitäten – es gibt ja da sehr viele - , etliche Colleges, der Rotary Club u.a. wollten mich unbedingt als Redner. Sehr viele Vorträge habe ich dann gehalten, an einem Tag sogar 3 hintereinander.

Es kam dann auch zu einem Vortrag im großen Saal der UP, an dem Präsidentin Corazon Aquino, Außenminister Raul Manglapus, Generalstabschef  Fidel Ramos und der Oberste Richter Claudio Teehankee teilnahmen.

Kurze Zeit später erfolgte dann in einer sehr feierlichen Zeremonie meine Aufnahme auf Lebenszeit in den Rizal-Orden mit dem Rang Ritterlicher Kommandeur unter der Leitung von Supreme Commander Sir Conrado Vasquez und Commander Eremitus Claudio Teehankee sowie im Beisein des letzten lebenden Neffen Rizals, meines guten Freundes Zoilo Alberto. Auf diese Auszeichnung bin ich überaus stolz!

Beim Gedanken an diese feierliche Zeremonie erinnere ich mich immer wieder an die folgenden Worte Jose` Rizals:

   „Ein Mensch bedarf des Glaubens und der Liebe, er benötigt ein Ziel,

   auf das hin er sein Tun ausrichten kann, um für sich selbst einen

   Lebensplan zu formulieren, um mehr als nur die Dinge und den Lärm

   des Alltags zu sehen; er benötigt – kurz gesagt – ein Lebensziel, das

    würdig ist seiner Existenz und seinen Fähigkeiten.“

Ende des Zitats.

Wie Sie alle sicherlich wissen, war Jose` Rizal nicht nur über Köln voll des Lobes, er war überaus begeistert von der Bildergalerie in Dresden. Es war nicht einfach, aber ich konnte Reproduktionen der Gemälde alter Meister der Zwinger-Galerie in Dresden beschaffen und damit Ausstellungen in Manila und in Baguio durchführen. Da die Filipinos natürlich die begeisterten Schilderungen ihres Nationalhelden über die Dresdner Bildergalerie kennen, waren die Veranstaltungen überaus gut besucht. Die philippinischen Zeitungen schrieben, dass es die seit Jahren am besten besuchten Ausstellungen waren.

Die Reproduktionen wurden der UP zum Abschluss der Ausstellungsserie als Geschenk übergeben, sind heute noch  dort zu besichtigen..

Bei einem Vortrag im Rotary Club Sta. Mesa West Quezon City über den Deutschland-Aufenthalt von Jose´ Rizal saß neben mir eine sehr resolute und charmante Dame, die Chefin der Zollverwaltung der Republik der Philippinen, und referierte nach mir über ökonomische Fragen. Ihr Name: Gloria Macapagal Arroyo, die heutige Präsidentin der Philippinen.

Sie sehen also: wie ein roter Faden durchzog meine ganze Mission auf den Philippinen das Leben und das Werk Jose` Rizals.

Das hörte auch nach der Mission nicht auf.

Ich bin unserem Freund Alexander Mushake und seiner Gattin Jane überaus dankbar, dass sie mich seit 2 Jahren aktiv in die Arbeit unseres Ordens einbezogen haben. Sie beide haben eine ganz hervorragende Arbeit für unseren Orden, die Kababaihang Rizalista und für die Beziehungen zwischen Deutschland und den Philippinen geleistet.

Ich wünsche Ihnen und uns allen einen vollen Erfolg der heutigen wichtigen Veranstaltung. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute bei Ihnen sein darf, hoffe und wünsche, dass wir uns recht häufig wiedersehen – in Köln am Rhein, in Wilhelmsfeld, in Berlin-Mitte in der Jägerstrasse 71/ Ecke Glinka-Strasse, im Rizal-Garden im Honorarkonsulat der Philippinen in Potsdam oder wo auch immer. Auch Konsul Manfred Schnell, er ist Honorarkonsul für Brandenburg und den Freistaat Sachsen,  und seine Gattin Stella haben sehr viel für unseren Orden und  für die Beziehungen geleistet. Der Rizal-Garden ist einfach wunderbar, er verzeichnet auch sehr viele Besucher. Stella hat erst kürzlich ein sehr schönes Buch herausgegeben mit dem Titel „Potsdam Diaries“.

In Vorbereitung ist die Eröffnung eines Honorarkonsulates in Leipzig, in dem sicherlich ein Rizal-Garden nicht fehlen wird.

Ich bin sicher, dass wir uns künftig recht oft treffen werden.

Auf alle Fälle werden wir stets verbunden sein im Geiste und im Sinne Jose` Rizals!

Ich danke Ihnen!

UP = University of the Philippnes, Universität der Philippinen

Kababahing Rizalista ist die Frauenorganisation