Geschichte der DDR


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Ralph Hartmann:

"Die DDR unterm Lügenberg"

 mit einem Nachwort von Gerhard Zwerenz

Verlag Ossietzky GmbH, Hannover 2007

Bezugsmöglichkeiten, Angaben zum Inhalt und kurze Leseprobe

Ralph Hartmann, "DIE DDR UNTERM LÜGENBERG", Hannover, 2007; ISBN 978-3-9808137-3-0, 120 Seiten, 10 Euro.

Zu beziehen über den Buchhandel oder Direktbestellung  bei: Verlag Ossietzky GmbH, Weidendamm 30, 30167 Hannover

Fax 0511-21 55 126,     e-mail: ossietzky@interdruck.net

Zum Inhalt

Der Verlag kündigt das Buch mit folgendem Text an:

Die DDR war, wie wir alle wissen, die zweite und schlimmere der "zwei Diktaturen in Deutschland". "Stasifolter" und "Staatsdoping" gehörten zu ihren Merkmalen, und auch an der "Alleinschuld der DDR an der Mauer" besteht kein Zweifel - oder doch? Was ist Propaganda, was ist Wahrheit?

Ralph Hartmann, Autor des Bestsellers "Die Liquidatoren" über die Treuhandanstalt und anderer politischer Sachbücher, geht hier den Propagandalügen nach, die immer noch verbreitet und geglaubt werden. Mit breiter Sachkenntnis und spitzer Feder hat er dieses Buch für Bürger in Ost und West geschrieben, die die deutsche Zweistaatlichkeit sehr unterschiedlich erlebt haben, wie auch für ihre Kinder und Enkel, die ein Recht auf die historische Wahrheit haben.

Manfred Wekwerth zu „Die DDR unterm Lügenberg“:

„Hartmanns Buch wurde dringend gebraucht. Es ist ein willkommener Helfer der Wahrheit, denn es verhindert mit Fakten, dass nicht noch mehr Lügen zu Wahrheit werden.“

Kurze Leseprobe (mit Inhaltsverzeichnis):

Der einleitende Text trägt die Überschrift:

Die Lügenkrankheit

 Erzählen die jetzigen Machthaber den alten Eingeborenen doch Dinge aus ihrer vierzig Jahre im Kral verbrachten Biographie, die die lieben Eingeborenen, um des lieben Friedens willen, beginnen wider bessres Wissen selbst zu glauben. Das machen sie im Namen Deutschlands, auf Kosten der deutschen Nation, und spielen dabei ein so schlechtes Theater, daß man einsehen möchte, warum sie das echte Theater abschaffen wollen. Es gibt Zeiten, in denen die Lügenkrankheit, die immer herrscht, in vollster Blüte steht.[1]

Die Lügenkrankheit geht um, den Lügen selbst aber geht es sauwohl. Im ganzen Land haben sie sich häuslich eingerichtet, vollgefressen rülpsen sie, wo sie gehen und stehen: „zweite deutsche Diktatur“, „Unrechtsstaat“, „SED-Unrechtsregime“, „Mauerstaat“, „Ulbricht-Diktatur“, „Honecker-Diktatur“, „Stasifolter“, „marode Wirtschaft“, Erziehungsdiktatur“, „Staatsdoping“, „verordneter Antifaschismus“. Ganze Heerscharen von Vielfraßen sind aufmarschiert und beteiligen sich am Lügenschmaus. Allen voran Spitzenleute der Parteien von Schwarz bis Rosa-Rot, bewährte Amts- und Würdenträger sowie Journalisten und Kommentatoren in den Redaktionsstuben von Print- und elektronischen Medien von Frankfurt/Main bis Berlin, von München bis Hamburg. Aber auch Historiker vom Schlage Arnulf Baring fressen gierig mit. Und nicht zu vergessen die Berufs-„DDR-Aufarbeiter“ und ihre steuerfressenden Einrichtungen, wie die „Stiftung zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur“, die „Vereinigung ‚Gegen Vergessen – Für Demokratie‘“, das „Zeitgeschichtliche Forum Leipzig“, die „Gedenkstätte Hohenschönhausen“, die „Bundesbeauftragte  für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR“, ihr hochbezahltes Personal und ihre Hunderte von Dependancen in allen Landesteilen.

Warum lassen sie den verblichenen Staat nicht in Frieden ruhen, machen sie den Lügen- zum Dauerleichenschmaus? Warum lassen sie sich ihn Jahr für Jahr Millionen und Abermillionen kosten? Allein die Gauck-Birthler-Behörde mit ihren 2205 Beschäftigten und ihren Filialen in Berlin, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Frankfurt/O, Gera, Halle, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl verschlingt jährlich mehr als 100 Millionen Euro. Offenkundig haben sie noch immer Angst vor der Idee, die dem untergegangenen Staat zugrunde lag, vor der Anziehungskraft einer Gesellschaft, in der soziale Sicherheit, Gerechtigkeit und Solidarität keine Fremdworte waren. „Sie fürchten“, so Rechtsanwalt Friedrich Wolff in einer

Rede zum 55. Jahrestag der Gründung der DDR, „daß das Ende der Geschichte doch nicht gekommen ist, dass der Sozialismus wiederkommt....Wäre der Sozialismus wirklich gescheitert, würde nicht so viel Kraft, Geld und Personal darauf verwendet werden, ihn ‚aufzuarbeiten‘, d. h. tot zu reden. Es gilt, die sozialistische Idee als widerlegt auszugeben, um sie unschädlich zu machen.“[2]

Natürlich war die DDR nicht das ersehnte Land Utopia, in dem nur Milch und Honig flossen und alle Ideale deutscher Humanisten, Sozialisten und Kommunisten verwirklicht waren. Anderenfalls wäre sie nicht untergegangen, auch nicht nach dem Verrat des sowjetischen 'großen Bruders‘, als die „feste Verankerung in der sozialistischen Staatengemeinschaft“, eine vielgepriesene grundlegende Existenzbedingung für den kleineren Staat auf deutschem Boden, zerbrach und sich als eine Schimäre erwies.

Gescheitert ist die DDR letztlich an ihren eigenen Fehlern, Irrwegen, Versäumnissen und Deformationen, vor allem an zwei eng miteinander verflochtenen, sich gegenseitig beeinflussenden Grundübeln: an der Unfähigkeit, wahrhaft sozialistische Gesellschaftsverhältnisse bei der Verfügung über das vergesellschaftete Eigentum zu schaffen sowie an unterentwickelter Demokratie....

Trotz alledem bleibt  es eine geschichtliche Tatsache, dass die DDR aufgrund ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leistungen, ihrer verlässlichen Friedenspolitik und Mitwirkung an der Gestaltung des europäischen Vertragswerkes der 70er Jahre, an der Eindämmung internationaler Spannungen und der Abrüstungsbemühungen weit über Europas Grenzen hinaus Sympathien und Ansehen genoss. Mehr noch: Hinsichtlich verwirklichter sozialer Grundrechte, des Rechtes auf Arbeit und soziale Sicherheit, Bildung und berufliche Ausbildung, Wohnraum und Gesundheitsfürsorge, Gleichberechtigung der Frau, des Rechtes auf ein Leben in Frieden und Sicherheit nahm sie im Vergleich zu allen anderen Staaten der Erde einen vorderen Platz ein....

Nahezu 100 Prozent der Ostdeutschen äußerten die Überzeugung, dass über das Leben in der DDR nur der urteilen kann, der selbst dort gelebt hat. Neuere Umfragen bestätigen diese Einschätzungen, so dass selbst der Ober-DDR-Unrechtsstaats-Aufklärer Hubertus Knabe, aus der Gegenrevolution, wie gehabt, das Gegenteil machend, einschätzte: „Mit dem wachsenden zeitlichen Abstand zur Friedlichen Revolution im Herbst 1989 hat sich das Bild der SED-Diktatur zunehmend verklärt.“[3]

Diese als „Verklärung“ und „Ostalgie“ diffamierte Erinnerung an die DDR fürchten die heute in ganz Deutschland Herrschenden. Sie möchten sie auslöschen, damit ihr kapitalistisches System, das sie „soziale Marktwirtschaft“ nennen, ewig währt und ihr Profit weiter wächst. Deshalb die Flut von Verfälschungen, Halbwahrheiten und vollgefressenen Lügen.

Die folgenden Kapitel sind überschrieben:

Lüge Nr. 1: Die zwei Diktaturen in Deutschland                       

Lüge Nr. 2: Stasifolter und Stasiterror                                     

Lüge Nr. 3 Der verordnete Antifaschismus                              

Lüge Nr. 4 Die marode Wirtschaft                                          

Lüge Nr. 5 Die DDR vor dem Staatsbankrott                 

Lüge Nr. 6 Die Alleinschuld der DDR an der Mauer                 

Lüge Nr. 7 Die DDR eine Erziehungsdiktatur                           

Lüge Nr. 8 Staatsdoping -  Ursache des Sportwunders DDR   

Lüge Nr. 9 Die friedliche Revolution                                       

Lüge Nr. 10 Die undankbaren ehemaligen DDR-Bürger

Nach der Analyse der Lügen 1 bis 10 heißt es abschließend unter anderem:

Die Lügen über die DDR sind wie die unvergessenen Kosovo-Kriegslügen der Ex-Minister Scharping und Fischer von jener Art, über die Arnold Zweig sagte, ihre Beine seien umso kürzer, je dicker sie sich vollgefressen haben. Nicht wenige sind längst geplatzt und schon ihre Erwähnung ruft heutzutage nur noch ein müdes Lächeln hervor, so wie die Horrorgeschichten über die „Einweisung von Regimegegnern in die Psychatrie“, die „radiologische krebsverursachende Bestrahlung von politischen Häftlingen“, die „in Wassereimer geworfenen toten Babies“, die „schrecklichen Auswirkungen der erzwungenen frühkindlichen Bildung in Kinderkrippen und-gärten“, die „Zwangsadoptionen auf Anordnung von Frau Honecker“, den „fürstlichen Luxus der SED-Politbüro-Mitglieder in Wandlitz“, die „‘Horrorklinik Charitè‘, die mit illegalen Mitteln Ersatzorgane für die alten Herren der SED-Spitze besorgte“ usw. usf.

Andere Lügen haben einen langen Atem, so dass sie auf den kurzen Beinen noch immer recht behend unterwegs sind und die Wahrheit fressen. Mit Vorliebe versammeln sie sich an jenen Orten, von denen aus ihr Schmatzen, verstärkt durch mediale Lautsprecher und –schreiber, landesweit zu hören ist: unter der prächtigen Reichstagskuppel, von der aus das Volk einen beeindruckenden Rundblick auf die Bundeshauptstadt, aber wenig Einblick in die Geschäfte hinter den Kulissen der Macht hat; im wunderbaren Berliner Konzerthaus, zu DDR-Zeiten aus einer Ruine wiedererrichtet, von dem die meisten westdeutschen Landsleute annehmen, es sei mit ihrem Geld restauriert worden, und in dem die politische Elite der Republik bei feierlichen Anlässen zusammentrifft; im Westberliner Internationalen Congress Centrum (ICC), in dessen asbesthaltigem Gemäuer wichtige Konferenzen und andere Festlichkeiten stattfinden, auf denen sich so mancher Teilnehmer insgeheim über den Abriss des Palastes der Republik amüsiert, den die letzte Volkskammer der DDR wegen „Asbestgefahr“ fluchtartig verlassen musste; in der Birthler- vormals Gauck-Behörde in der Berliner Normannenstraße, wo eifrige Bedienstete noch immer den Leichnam der DDR-Staatssicherheit fleddern, seine Verderbtheit und Gefährlichkeit bloßlegen und, wie anzunehmen ist, mit den sehr lebendigen bundesdeutschen Geheimdiensten kooperieren.....

So wie es heute aussieht, werden die Lügen über die DDR, mögen sie auch noch so kurzbeinig sein, noch lange fressen, ehe sie platzen und über die DDR, ihre Schwächen und Stärken, ihr Versagen und ihre Leistungen ein gerechtes Urteil gefällt wird. Aber diejenigen, die sie nüchtern und objektiv, freundlich und kritisch beurteilen, können guten Mutes sein. Die Sicht der Eppelmanns, Barings, Schröders und wie sie alle heißen wird auf die Dauer keinen Bestand haben. Auch die Geschichte der DDR wird einmal neu geschrieben werden, unverblendet von Hass und ideologischer Arroganz......


[1] Eberhard Esche: Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen, Berlin 2006, S. 83

[2] Friedrich Wolff: Geburtstagsrede zum 55. Jahrestag der Gründung der DDR auf der Festveranstaltung der GBM, in: Spuren der Wahrheit - Bewahrenswertes DDR-Erbe, Berlin 2005, S. 18

 

[3] Stellungnahme der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zum Votum der Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes „Aufarbeitung der SED-Diktatur„ ,www.havemann-gesellschaft.de