Rezension


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Hitze, Franz-Karl:

"Der letzte Botschafter"                                                        (mehr zur Publikation lesen)

Rezension zu: Edgar Röder: "Herr Botschafter, Sie haben noch einen Tag / Erinnerungen und Gedanken eines DDR-Diplomaten", erschienen in: Schriften zur internationalen Politik, herausgegeben vom Verband für Internationale Politik und Völkerrecht e. V. Berlin

Quelle: "Leipzigs Neue" 11/2010 vom 10.11.2010

Der Satz im Titel des Buches stammt von einem französischen Grenzoffizier im Hafen von Marseille. Edgar Röder war der  letzte Botschafter der in der DDR ernannt und ins Ausland entsandt wurde.

Angesichts des unmittelbar bevorstehenden Untergangs seines Staates verzichtete er auf eine Akkreditierung  beim Staatspräsidenten Tunesiens. Nach diesem Kuriosum verließ er am 1. Oktober 1990 eine französische Fähre in Marseille und musste sich die vielsagenden Bemerkungen von dem sehr freundlichen Offizier anhören.

Röder (Jahrgang 1936) hatte schon im zwölften Lebensjahr in der Dorfschule Saubach (Sachsen-Anhalt) Englisch gelernt. Nach dem Studium befasste er sich 25 Jahre  mit der  Politik der DDR zu  afrikanischen Länder - anfangs mit Tanganjika und Sansibar. 1968 wurde  Röder  als Stellvertreter des Leiters  an die Wirtschafts- und Handelsmission der DDR nach Mali entsandt. Nach leitenden Tätigkeiten in der Afrikaabteilung des MfAA folgten Berufungen als Botschafter nach Algerien (1979 – 1983) und wie oben gesagt 1990  nach Tunesien. Röder  gehörte zu den Mitarbeitern des DDR-Außenministeriums die von Bonn nach der Vereinigung sofort „abgewickelt“ wurden. Er  gab sich damit aber nicht zufrieden, sondern ließ sich  an einem mehrmonatigen  Wirtschaftstraining  für Akademiker und einem  Zyklus für Unternehmensführung   weiterbilden. Schließlich fand er Beschäftigungen  bei einem Tochterunternehmen des italienischen Olivetti Konzerns, bei dem englischen Unternehmen „Thomas Cook“  und von 1997 bis 2003  als Manager und Generalbevollmächtigter von American Express in Frankfurt am Main. Röder ist es gelungen den Nachweis  zu führen, dass  Ex-DDR-Diplomaten über ausreichende Qualitäten verfügen auch in der Marktwirtschaft in großen Konzernen zu arbeiten. Heute lebt er als Rentner  nahe Berlin.

Edgar  Röder: „Herr Botschafter, „Sie haben noch einen Tag...“ / Erinnerungen und Gedanken eines DDR-Diplomaten, Schriften zur internationalen Politik, Herausgegeben vom Verband für Internationale Politik und Völkerrecht e.V. Heft 30, „Blaue Reihe“, Sept.2010  (Zu beziehen für 5,00 Euro (Druckkosten und Versand) per E-Mail: VorstandVIP@aol.com