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Ferner Osten / China / Vietnam

Schröter, Joachim:

China, Osteuropa und der Vietnam-Krieg aus der Sicht der Deutschen Demokratischen Republik

(Der hier wiedergegebene Vortrag wurde als Beitrag zu einem wissenschaftlichen Seminar gehalten, das vom "Forschungszentrum für Parteipolitik und Parteigeschichte beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas" in Kooperation mit dem "Cold War International History Project of the Woodrow Wilson International Center for Scholars", Washington D.C., sowie weiteren internationalen Instituten organisiert wurde und vom 24. bis 26. 03. 2004 in Peking als ein Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Kalten Krieges im Rahmen eines international übergreifenden "Parallelen Historischen Projekts über NATO und Warschauer Pakt" stattfand. Sein Thema lautete: "Rückblick auf die Beziehungen zwischen China und den osteuropäischen Staaten von den 1960er bis zu den 1980er Jahren.

Der Autor des Vortrags ist Oberst a. D. der NVA. Er war von 1959 bis 1984 im militärdiplomatischen Dienst der DDR, darunter in der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik - 1961-1967 - und in der Volksrepublik China - 1971-1977 - tätig.

Für das bessere Verständnis der offiziellen Positionen der DDR zum Vietnam-Krieg scheint es mir wichtig zu sein, ein paar Gedanken zu unserer Einschätzung dieses Konfliktes an den Anfang zu stellen.

Wir haben den Vietnam-Krieg sowohl aus der politischen und militärischen Sicht der Region Indochina beurteilt als auch aus der strategischen Sicht und Interessenlage Chinas und der Sowjetunion. Das setzte voraus, dass wir uns auch eine eigene Vorstellung von den politischen und militärischen Zielen der gegnerischen Seite, sowohl der südvietnamesischen, aber vor allem der US-amerikanischen, erarbeiten mussten.

Wir mussten also sowohl die potentiellen Möglichkeiten der Konfliktentfaltung, als auch deren natürliche politische und strategische Begrenzungsfaktoren in Betracht ziehen, d.h., die real denkbaren politischen und militärischen Handlungsspielräume beider Seiten.

Die entscheidende Frage war für uns: Welche Auswirkungen kann der Vietnam-Krieg auf Europa haben? Welche Konsequenzen hat das für unsere Außen-, Militär- und Sicherheitspolitik im Bündnis des Warschauer Vertrages und im Zusammenwirken mit der VR China? Wie können wir diesen Konflikt im Sinne unserer Interessen beeinflussen?

Zurück zum Thema:

Der 2. Vietnam-Krieg von 1964 bis 1973 war der Kernkonflikt der Indochina-Kriege zwischen 1946 und 1989. Die Indochina-Kriege haben mehr als 20 Jahre der 2. Hälfte des

20. Jahrhunderts auf vielfältige Weise beeinflusst.

Der Vietnam-Krieg ging nicht von Vietnam aus. Der 1. Vietnam-Krieg 1946 bis 1954 wurde von uns als antikolonialer nationaler Befreiungskrieg eingeschätzt. Er war zugleich antiimperialistischer Verteidigungskrieg gegen eine äußere Intervention zur Vereitelung des sozialistischen Staatszieles. Mit der Genfer Konferenz (26.4.-20.7.1954), an der die VR China maßgeblich beteiligt war, endete dieser vorwiegend als französisch-vietnamesischer Konflikt geführte Abschnitt des Indochina-Krieges.

Nach der Genfer Konferenz begann in beiden Teilen Vietnams ein politischer Kampf um die Überwindung der Spaltung des Landes am 17. Breitengrad. Das Genfer Abkommen hatte zu diesem Zweck innerhalb von 2 Jahren Wahlen in beiden Teilen Vietnams vorgesehen. 1956 lehnte Präsident Ngo Dinh Diem freie Wahlen ab und ließ die "Republik Südvietnam" ausrufen. Daraus entwickelte sich eine neue innervietnamesische Konfliktebene. 1960 beschließt der 3. Parteitag der "Arbeiterpartei Vietnams" eine Doppelstrategie: Aufbau des Sozialismus im Norden und Befreiung Südvietnams. Es folgt die Gründung der "Nationalen Befreiungsfront" (NLF) in Südvietnam. Die politische Situation in Südvietnam eskaliert schließlich in einen Bürgerkrieg.

Als sich die innenpolitische Situation immer deutlicher zugunsten der von der DRV unterstützten NLF entwickelt, entschließt sich die USA-Regierung zu massivem Eingreifen mit militärischen Mitteln, zunächst zur Unterstützung der südvietnamesischen Regierung. Doch bald erhält das US-amerikanische Engagement eine Eigendynamik: Die US-Army übernimmt de facto das Kommando mit dem Ziel der militärischen Liquidierung der NLF, allgemein bekannt unter der Bezeichnung "Vietcong". Im März 1964 hatten sich folgende Kräfteverhältnisse aufgebaut:

USA-Truppen 425.000 Mann

USA-Alliierte 65.000 Mann

Südvietnamesische

Regierungstruppen 319.000 Mann

Demgegenüber standen: 287.000 "Vietcong" und militärische Unterstützungskräfte aus der DRV

Die Truppenstärke der USA eskalierte bis April 1969 auf 540.000 Mann. Diese Zahlen sagen jedoch nichts über das vollständige militärische Kräfteverhältnis aus. Das waffentechnische Verhältnis, die verfügbare Vernichtungskapazität, die Transportkapazitäten, die Mobilität der Truppen und des Nachschubs und der Umfang der verfügbaren Reserven waren derart unvergleichbar, dass man sie in kein rational berechenbares Kräfteverhältnis zueinander stellen kann. Das militärische Gesamtkräfteverhältnis ließ sich also quantitativ kaum vergleichen und qualitativ nicht einmal im Ansatz erfassen.

Aus der Sicht aller bisherigen Erfahrungen der Kriege des 20. Jahrhunderts hatte die vietnamesische Seite, gemessen am Vergleich der verfügbaren Kräfte und Mittel, keine Chance, den Krieg zu gewinnen. Das war nicht nur die Überzeugung der amerikanischen Seite und die ihrer Verbündeten, sondern es war auch der Grund tiefer Sorge der sowjetischen und der chinesischen Seite über den möglichen Ausgang des Krieges. Das überschaubare Risiko ließ kaum Optimismus aufkommen.

Das war auch der Grund für die ernsthaften diplomatischen Aktivitäten der UdSSR und der VR China um die Begrenzung und Beendigung des 2. Vietnam-Krieges auf dem Verhandlungswege. China und die Sowjetunion handelten zwar nicht gemeinsam und nicht einmal abgestimmt, aber in die gleiche Richtung und mit dem gleichen Ziel.

Das betraf auch das Auftreten der sowjetischen und der chinesischen Seite gegenüber der Führung der DRV. Beiden Seiten ging es um Schadensbegrenzung. Beide Seiten versuchten, die vietnamesische Seite für eine Verhandlungslösung des Konflikts zu gewinnen.

Aus dieser Sicht ist die Reise des sowjetischen Ministerpräsidenten Kossygin Anfang Februar 1965 nach Hanoi und Phjongjang zu sehen, also zu Beginn der Luftangriffe der US Airforce gegen die DRV. Bei seiner Zwischenlandung in Peking traf sich Kossygin am 6.2. mit Tschou Enlai und am 11.2. mit Mao Tsetung und Liu Shaoqi. Die Dauer des Aufenthaltes deutet auf Umfang und Intensität der Gespräche. Das erzielte Ergebnis bezüglich eines gemeinsamen Vorgehens zur Unterstützung Vietnams war gering.

Es gibt jedoch auch vietnamesische Quellen, die belegen, daß u.a. Deng Xiaoping die vietnamesische Führung gedrängt hat, kein unkalkulierbares militärisches Risiko einzugehen und eine Verhandlungslösung auf der Grundlage der Dokumente der Genfer Konferenz zu suchen.

Am 4. März 2004 wurde im Deutschen Fernsehen um 20:15 h ein ZDF-Report über Vietnam gesendet, in dem der ehemalige vietnamesische Verteidigungsminister, Armeegeneral Giap, in französischer Sprache wörtlich sagte: "Deng Xiaoping und Kossygin haben mir geraten, keinen Krieg gegen die USA zu beginnen, weil wir den nicht gewinnen würden."

Was die chinesische Position betrifft, so müssen wir beachten, daß es in den sensiblen Fragen in Verbindung mit dem Vietnamkrieg und der Haltung Chinas zur Sowjetunion bzw. zu den USA innerhalb der chinesischen Führung keine einheitliche Meinung gab. Aber das wissen unsere chinesischen Gastgeber besser als ich.

Der 2. Vietnam-Krieg fand nicht als lokaler Konflikt statt. Er tangierte vor allem die strategischen Interessen und die zwischenstaatlichen Beziehungen der UdSSR, der VR China und der USA in komplexer Verflechtung. Die Staaten, die in die Bündnissysteme der Sowjetunion und der USA integriert waren, wurden in besonderer Weise von den Entscheidungen ihrer Führungsmächte betroffen. Bei den osteuropäischen Staaten waren zusätzlich die vertraglichen Staats- und Parteibeziehungen zur Sowjetunion und zu China ein zu beachtender Faktor 1. Ranges. Seit den 60er Jahren vollzogen sich in der kommunistischen Weltbewegung dramatische Veränderungen. Nachdem sich Jugoslawien in den 40er Jahren dem sowjetischen Führungsanspruch entzogen hatte, folgten in den 50er Jahren weitere Versuche osteuropäischer Staaten. Den radikalsten Bruch zur Sowjetunion vollzog Albanien, während z.B. Rumänien einen moderat kritischen Kurs gegenüber der Sowjetunion zu praktizieren begann. Auf die DDR-Haltung möchte ich an anderer Stelle eingehen.

Den schwerwiegendsten Einfluss hatte jedoch der Konflikt zwischen der KP Chinas und der KPdSU, der seit Mitte der 50er Jahre, besonders nach dem 20. Parteitag der KPdSU 1956 eskalierte und den gesamten Komplex der staatlichen Beziehungen beider Seiten erfasste. Dieser bilaterale Konflikt berührte de facto alle international relevanten Probleme und Entscheidungen der Außen-, Sicherheits- und Militärpolitik nicht nur Chinas und der Sowjetunion, sondern auch die der USA und aller anderen Staaten, die in irgendeinem Bündnis-, Vertrags- oder Interessenverhältnis zur Sowjetunion und China standen.

Das internationale Gewicht des sowjetisch-chinesischen Konflikts ergab sich aus der Komplexität seiner Thematik. Im sowjetisch-chinesischen Konflikt standen Grundsatzfragen zur Debatte, die den 2. Vietnam-Krieg unmittelbar betrafen. Die zentrale Frage war der Streit über den Weg zur "Wiederherstellung" bzw. zur "Neubegründung" der Einheit der damaligen kommunistischen Weltbewegung.

Die sowjetische Seite orientierte auf die, ich zitiere: "Wiederherstellung (der Einheit) auf der bewährten Basis des proletarischen Internationalismus der 50er Jahre". Das bedeutete – nicht nur aus chinesischer Sicht – die Wiederherstellung der uneingeschränkten zentralistischen Führungsrolle der KPdSU in der kommunistischen Weltbewegung und die Übertragung dieses zentralistischen Prinzips auf die staatlichen Beziehungen innerhalb der sozialistischen Staatengemeinschaft.

Die sowjetische Führung orientierte also ungeachtet aller bisherigen Erfahrungen der kommunistischen Weltbewegung auf die "Wiederherstellung" des Status quo der 40er und 50er Jahre. Das zeugte von der politischen und geistigen Erstarrung der sowjetischen Führung in überlebten Denkweisen und von ihrer Unfähigkeit, Veränderungen realistisch wahrzunehmen. Der notwendige Paradigmenwechsel fand zu spät statt und hatte ein unerwünschtes Ergebnis zur Folge.

Die chinesische Seite orientierte hingegen auf eine "Neubegründung" der Einheit der kommunistischen Weltbewegung und hatte dafür ein eigenes Konzept entworfen: den "Vorschlag für die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung". Dieser Vorschlag vom 14.06.1963 ist auch als 25-Punkte-Programm bezeichnet worden. Die KP Chinas forderte eine internationale Debatte über diesen Vorschlag und machte die Korrekturen der sowjetischen Politik in einer Reihe von Grundfragen zur Bedingung für die Normalisierung der chinesischsowjetischen Beziehungen, darunter die Beendigung der, aus chinesischer Sicht, "prinzipienlosen friedlichen Koexistenz mit dem USA-Imperialismus".

Die Auseinandersetzung betraf im wesentlichen 3 Kernbereiche: 1. die Interpretation theoretischer Aussagen des Marxismus-Leninismus, 2. die ideologische Bewertung der realen Politik zwischen sozialistischen und kapitalistischen Staaten und 3. die Parteibeziehungen innerhalb der kommunistischen Weltbewegung sowie den Charakter der Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten.

Während die sowjetische Führung die "monolithene Einheit" der kommunistischen Parteien unter der zentralistischen Führung und Kontrolle der KPdSU und des Sowjetstaates als unverzichtbare Voraussetzung für die Bündelung der Kräfte im Interesse einer erfolgreichen und dauerhaften Veränderung des internationalen Kräfteverhältnisses im Sinne der sowjetischen Vorstellungen von einer sozialistischen Weltordnung betrachtete, strebte die Führung der KP Chinas eine organisatorisch offene kommunistische Bewegung ohne ein privilegiertes Führungszentrum und ohne sozialistische Hegemonialmacht an, im Sinne der Marxschen Vorstellungen von einer kommunistischen Internationale gleichberechtigter Parteien und Staaten.

Um die Brisanz des chinesisch–sowjetischen Konfliktes zu verdeutlichen, möchte ich auszugsweise den chinesischen Standpunkt zu Aspekten des 3. Kernbereichs zitieren. Im "Vorschlag für die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung" heißt es im Punkt 21: "…Die Beziehungen zwischen den sozialistischen Ländern sind Beziehungen neuer Art. Diese Beziehungen zwischen den sozialistischen Ländern, ganz gleich, ob zwischen großen oder kleinen, zwischen wirtschaftlich hoch entwickelten oder minder entwickelten, müssen auf den Prinzipien der völligen Gleichberechtigung, Achtung der territorialen Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit und der gegenseitigen Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten beruhen. Sie müssen auch, entsprechend den Prinzipien des proletarischen Internationalismus, auf gegenseitiger Unterstützung und Hilfe basieren. … Diese Grundprinzipien abzuleugnen und unter dem Vorwand einer "internationalen Arbeitsteilung" und "Spezialisierung" anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, die Selbständigkeit und Souveränität von Bruderländern zu verletzen und den Interessen ihrer Völker zu schaden, das ist Großmachtchauvinismus."

Zu den Parteibeziehungen wird im Punkt 22 gesagt: "Werden die Prinzipien der Selbständigkeit und Gleichberechtigung in den Beziehungen zwischen den Bruderparteien anerkannt, dann kann es keiner Bruderpartei erlaubt sein, sich über andere zu erheben, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen und in den Beziehungen zwischen den Bruderparteien patriarchalische Methoden anzuwenden.

Wenn zugegeben wird, dass es in den Beziehungen zwischen den Bruderparteien keine "höher stehenden" und "untergeordneten" Parteien gibt, dann ist es nicht zulässig, dass eine Partei ihr eigenes Programm, ihre eigenen Beschlüsse, ihre eigene Linie als "gemeinsames Programm" der internationalen kommunistischen Bewegung ausgibt und den anderen Bruderparteien aufzwingt. …

Wenn akzeptiert wird, Differenzen zwischen Bruderparteien durch internationale Konsultationen zu klären, dann darf man nicht den eigenen Parteitag oder den Parteitag anderer Parteien… dazu nutzen, um Bruderparteien öffentlich und mit Namen anzugreifen. Erst recht dürfen ideologische Differenzen zwischen Bruderparteien nicht auf staatliche Beziehungen ausgedehnt werden." (zitiert aus "Die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung", Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1965, Seite 45-48)

Die damalige heftige antichinesische Reaktion der sowjetischen Führung belegte, wie sehr sie sich getroffen fühlte. Statt einer argumentativen Reaktion konzentrierte die sowjetische Führung ihre Anstrengungen auf die Ausgrenzung und Isolierung der KP Chinas in der kommunistischen Bewegung ebenso wie in der sozialistischen Staatengemeinschaft – mit zeitlich und politisch begrenztem Erfolg. Unter diesem massiven Druck Moskaus war in der Mitte der 1960er Jahre aus den osteuropäischen sozialistischen Staaten kein Erfolg versprechender mäßigender Einfluss möglich, schon gar nicht aus den Reihen der SED-Führung, deren Abhängigkeit von Moskauer Entscheidungen ausgeprägter war als bei anderen osteuropäischen kommunistischen Parteien. Selbst in einer Reihe westeuropäischer Parteien, in denen sich eine zögerliche Bereitschaft erkennen ließ, sich an einer Diskussion über notwendige Kurskorrekturen zu beteiligen, wich man vor dem massiven Druck der KPdSU zurück. Obgleich also nicht nur in der chinesischen KP der Gedanke an eine notwendige Erneuerung der kommunistischen Bewegung herangereift war, bestanden zu jener Zeit keine realen Voraussetzungen für eine Erneuerung der internationalen kommunistischen Bewegung. Praktisch setzten sich die in der Zeit der Komintern geprägten, inzwischen realitätsfremden konservativen Kräfte durch.

Das war die Ausgangslage zu Beginn des 2. Vietnam-Krieges. In der Folgezeit handelten die Sowjetunion, die VR China und die osteuropäischen Staaten in 2 Hauptrichtungen: eine Richtung bestimmte die Organisation der materiell-technischen Unterstützung der DRV, und die andere Richtung war auf die Mobilisierung aller diplomatischen Spielräume zur territorialen Begrenzung des Konfliktes und von sowjetischer Seite auf die Bewahrung und Vertiefung des begonnenen Entspannungsprozesses nach den Turbulenzen der Kubakrise konzentriert.

Unmittelbar nach Ausbruch der Kampfhandlungen nach dem Tonking-Zwischenfall, aber auch bereits im Vorfeld des zu erwartenden Konfliktes, waren sowohl die Sowjetunion und die VR China als auch die USA bestrebt, über diplomatische und andere offizielle Kanäle die Absicht der jeweils anderen Seite möglichst authentisch in Erfahrung zu bringen. Für die VR China ging es darum, eine militärische Bedrohung Chinas im Ergebnis einer Konflikteskalation abzuwenden, aber auch der US-amerikanischen Seite verständlich zu machen, wo die Grenzen liegen, bei deren Überschreitung China in den Konflikt eingreifen würde. Die USA ihrerseits hatten China vor einem aktiven Eingreifen in den Konflikt gewarnt und mit militärischen und nichtmilitärischen Aktionen gegen China gedroht. (Peking Rundschau 1965/42, S. 13)

Nach Beginn des Luftkrieges der US Airforce gegen die DRV verstärkte die VR China ihre Verteidigungsanstrengungen, besonders in den südlichen Militärbezirken und forcierte die Rüstungsproduktion und ihr militärisches Nuklear- und Raketenprogramm. China baute vor allem in Südchina militärische Flugplätze aus und verstärkte die Präsenz der Luftstreitkräfte in diesem Raum. Da China nach unserer Information (Militärattaché der DDR in Hanoi) nach dem Tonking-Zwischenfall ein Geschwader MIG 17 nach Vietnam verlegt hatte, entstand im Pentagon der Eindruck, dass die VR China die Luftverteidigung der DRV übernehmen würde. Die USA drohten mit Vergeltungsschlägen gegen chinesisches Territorium. Washington musste allerdings das Risiko einer Eskalation bedenken, das sich aus dem Fortbestand des chinesisch-sowjetischen Beistandspaktes von 1950 ergab, zumal die Sowjetunion die amerikanische Seite intern auf dieses Problem verwiesen hatte.

Im Juli 1965 lehnte die VR China alle gemeinsamen Aktionen mit der Sowjetunion ab. China entschied sich für die Entsendung von Pioniertruppen für Eisenbahn-, Brücken- und Straßenbau sowie für die Stationierung bodengestützter Luftverteidigungskräfte. Der Einsatz dieser Kräfte begann im Herbst 1965.

Der Vietnamkrieg blieb bis in die 70er Jahre ein permanenter Streitpunkt im Rahmen der andauernden Strategiedebatte in der chinesischen Führung. In deren Mittelpunkt stand das Verhältnis Chinas zur Sowjetunion und zu den USA. Es ging im Kern um die Frage, auf welchem Wege China seine relative internationale Isolierung durchbrechen könne, um den Platz in der internationalen Staatengemeinschaft einzunehmen, der seiner Potenz als Großmacht und Siegermacht des 2. Weltkrieges u. a. im UNO-Sicherheitsrat zustand. Die Repräsentanz Chinas im Sicherheitsrat durch Taiwan war Ausdruck eines Anachronismus, der den realen internationalen Kräfteverhältnissen widersprach.

Offen war die Frage der Landtransporte von Hilfsgütern für Vietnam über chinesische Transportwege. Nach langwierigen Beratungen wurde ein für alle Seiten akzeptabler Weg gefunden. Am 5.12.1965 schlossen die VR China und die DRV ein Abkommen über den Transit von Gütern nach Vietnam. D.h., Vietnam übernahm diese Hilfslieferungen formal bereits auf dem Territorium der "Spendernation", so dass diese Güter dann als vietnamesisches Eigentum chinesische Transportwege passierten. Laut Abkommen war die chinesische Seite bereit, den Transport von Waffen, Munition und anderen, ich zitiere: "dringend benötigten Rüstungsgütern" kostenlos per Bahn zu gewährleisten. Andere Hilfsgüter sollten per Schiff nach Vietnam gelangen. In besonderen Fällen sollten jedoch solche Transporte teilweise über chinesische Häfen oder auf dem Landwege erfolgen. In diesen Fällen sollte eine Bezahlung des Transports zu den zwischen sozialistischen Staaten vereinbarten üblichen Tarifen erfolgen.

Da die Hilfslieferungen der DDR in erheblichem Maße aus nichtmilitärischen Gütern bestanden, ergab sich ein Problem. In einem Aide-mémoire an den chinesischen Geschäfts-träger in Berlin beantragte die DDR "alle Ausrüstungsgegenstände und Hilfssendungen" per Eisenbahn zu transportieren. Das musste dann auch in Verhandlungen mit Polen, der Sowjetunion, China und der DRV gesondert geklärt werden. Eine Barriere war das zweimalige Umladen der Güter auf Grund der abweichenden sowjetischen Spurweite. (Politisches Archiv des AA, C1058/73, Bl. 161f)

Am 14.12.1965 übergab der chinesische Außenminister Wang Bingnan an den DDR-Botschafter Kohrt in Peking als Antwort ein Aide-mémoire, in dem auf nicht lösbare Transportprobleme (begrenzte Waggonkapazitäten) und wiederum auf den Seetransport verwiesen wurde. Verhandlungen eines Vertrages zwischen 4 Staaten wurden abgelehnt. Im Aide-mémoire hieß es dazu: "Sie drehen sich nach dem Befehlsstab der neuen Führung (der KPdSU) und beteiligen sich an deren neuem antichinesischen Chor …." (Politisches Archiv des AA, GA 361 unpag.) Danach kam es zur Vereinbarung zweiseitiger Jahresabkommen zwischen China und der DDR. 1966 machte die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei den Vorschlag, das Transportproblem in einer multilateralen Parteienberatung auf höchster Ebene zu behandeln. Die KP Chinas lehnte das ab.

In der Folgezeit wurden jährlich im Herbst von den Militärattachés der DDR und von einem Beauftragten des chinesischen Außenhandelsministeriums Jahresabkommen unterzeichnet. Die Militärattachés handelten im Auftrage des Stellvertreters des Ministers für Nationale Verteidigung für Technik und Bewaffnung, Generalleutnant. Fleißner. Die Unterzeichnung erfolgte im chinesischen Außenhandelsministerium.

Anschließend erhielt der Militärattaché ein Dokument über die Erfüllung des Vorjahresabkommens, in dem alle Details der chinesischen Transportleistungen enthalten waren, einschl. der Kosten dieser Lieferungen. Am Schluss des Dokuments stand stets die Formel, dass die VR China diese Leistungen als Solidaritätsbeitrag für den Kampf des vietnamesischen Volkes betrachtet und gegenüber der DDR keine finanziellen Ansprüche erhebt.

Die technische Abwicklung der Transporte war fast regelmäßig mit Schwierigkeiten verbunden, die aber nicht von der chinesischen Seite ausgingen. Der Militäattaché erhielt per Kurier vom Ministerium für Nationale Verteidigung aus Berlin die Listen mit der Aufstellung der Lieferungen und der Anzahl der Waggons, sowie den Transporttermin ab DDR und die voraussichtliche Ankunft in Mandschuria. Diese Mitteilung wurde durch den Militärattaché an die chinesische Seite weitergereicht. Sie diente der chinesischen Seite zur Vorausplanung der Waggonbereitstellung. Von Moskau sollte an uns der Termin bestätigt werden. Das war unser Problem. Die sowjetische Seite hatte offenbar große Schwierigkeiten mit der Bereitstellung von Waggons für die transsibirische Strecke. So wurde eine Vielzahl von Rückfragen notwendig; denn die chinesische Seite stellte ihre Waggons pünktlich bereit und hatte durch die Verzögerungen beachtliche Ausfälle an Transportkapazitäten.

War der Verladetermin fest, entsandte der Militärattaché 2 Mitarbeiter zum Umladebahnhof Mandschuria. Dort wurde auf der sowjetischen Seite der Transport an die DDR übergeben und anhand der Listen überprüft. Differenzen zwischen Soll und Ist wurden erfasst, der neue Ist-Bestand wurde von beiden Seiten quittiert, dann erfolgte die Übergabe des neuen Ist-Bestandes auf einer 2. Liste an die chinesische Seite. Anschließend fand die Verladung auf chinesische Waggons statt. Auf dem inneren Dienstweg erfuhr ich, dass die DDR-Lieferungen stets ohne Verluste in der DRV übergeben wurden.

Mit Beginn des Bombenkrieges der US Airforce im Februar 1965 wurden die Luftverteidigungskräfte der DRV vor eine unvorbereitete Aufgabe gestellt. Die US Airforce operierte z.B. in Höhen, die von den verfügbaren bodengestützten vietnamesischen Abwehrmitteln nicht erreicht werden konnten. Die Sowjetunion und andere sozialistische Staaten stellten zwar moderne Luftverteidigungsmittel zur Verfügung, darunter moderne Luftabwehrraketen und die dazugehörigen elektronischen Systeme zur frühzeitigen Zielerfassung, Zielverfolgung und effektiver Zielbekämpfung. Doch es gab zu dieser Zeit in den vietnamesischen Streitkräften nur sehr wenige Spezialisten, die eine solche Technik handhaben und im Komplex führen konnten.

In dieser Situation bot die DDR die Entsendung von Freiwilligen aus den Reihen der Luftverteidigungskräfte der NVA an, die die Ausbildung vietnamesischer Offiziere und Soldaten de facto nach dem Prinzip learning by doing übernehmen sollten. Die DDR verfügte im Warschauer Vertrag über das dichteste Luftverteidigungssystem und hatte einen anerkannt hohen Ausbildungsstand.

Die DRV lehnte den Einsatz von Freiwilligen ab, bat jedoch um Ausbildungshilfe und um ausgewählte Spezialisten für den Aufbau und die Organisation eines modernen Luftverteidigungssystems. 1965 entsandte die NVA Berater für den Aufbau und die Organisation eines komplexen Luftverteidigungssystems, darunter Spezialisten für den Einsatz von Luftabwehrraketen. In dieser Gruppe befand sich Oberst J. John, der dann von Oktober 1967 bis 1970 Militärattaché in Hanoi war. Sein Gehilfe, Oberst Böhme, war ebenfalls Offizier der Luftstreitkräfte, der dann bis 1973 sein Nachfolger als Militärattaché wurde.

Parallel dazu wurden vietnamesische Offiziere in der DDR ausgebildet. Ein ernstes Problem war deren begrenzte physische Leistungsfähigkeit bei der Lastenbewegung. Die vietnamesischen Luftverteidigungstruppen benötigten darum z. T. den doppelten Personalbestand, um die technisch-taktischen Normen der NVA zu bewältigen.

Trotz aller Schwierigkeiten gelang es in kurzer Zeit, in Nordvietnam ein Luftverteidigungssystem aufzubauen, das auch nach westlicher Beurteilung nach der DDR das zweitdichteste System der östlichen Seite war. Die vietnamesischen Offiziere und Soldaten erwiesen sich nicht nur als extrem einsatzbereit, sondern auch als außerordentlich schnell lernfähig, wodurch der geplante Zeitaufwand unterboten werden konnte.

1966/67 waren die kompliziertesten Jahre in den bilateralen Beziehungen zwischen der VR China und der DDR. Im Februar 1967 wurde der chinesische Botschafter aus Berlin abberufen und erst 1970 durch einen Nachfolger ersetzt. Die DDR bewahrte in Peking die Botschafterebene.

Die DDR-Führung befand sich in einer komplizierten Lage. Einerseits gab es traditionell gute Beziehungen zwischen der SED und der KP Chinas, die sich für beide Seiten nützlich auf die staatlichen Beziehungen auswirkten. Z.B. war China für die DDR und die DDR für China bis in die 60er Jahre hinein jeweils der zweitwichtigste Handelspartner. Andererseits unterlag die DDR auf Grund ihrer zentraleuropäischen strategischen Lage und als Teil eines gespaltenen Landes extremer politischer Abhängigkeit von den Entscheidungen der Siegermächte. An der Westgrenze der DDR verlief die militärische Konfrontationslinie zwischen NATO und Warschauer Vertrag. Auf der östlichen Seite war die DDR Kerngebiet des Dislozierungsraumes der militärischen Hauptkräfte des Warschauer Vertrages, der Westgruppe der Sowjetarmee.

Letztendlich war die Existenz der DDR in ihrer Konstitution als real-sozialistischer Staat – anders als Polen, Ungarn oder Rumänien – von einem engen Bündnis mit der Sowjetunion abhängig. Die DDR bedurfte wie kein anderer osteuropäischer Staat der unmittelbaren Protektion durch die Sowjetunion.

Diese spezifische Abhängigkeit bestand auch gegenüber der KPdSU. Der sowjetische Botschafter war zugleich Hochkommissar für die ehemalige sowjetische Besatzungszone und beanspruchte zu jeder Zeit Zutritt zu allen Führungsebenen des Partei- und Staatsapparates. De facto hatte die DDR-Führung eine ständige Auskunftspflicht. Darüber hinaus bestand in den oberen Führungsebenen und in allen sicherheitspolitisch relevanten Bereichen ein engmaschiges sowjetisches Kontroll- und Überwachungssystem.

Über alle sowjetische Interessen tangierenden außenpolitischen Entscheidungen bestand eine Konsultationspflicht. Das betraf auch die Beziehungen der DDR zu China. Z.B. hatte Tschou Enlai 1954 bei seinem Staatsbesuch in der DDR Ministerpräsident Otto Grotewohl zu einem Gegenbesuch nach China eingeladen. Während Anfang 1950 ein solcher hochrangiger Besuch für nicht opportun gehalten wurde, änderte sich die Situation in der zweiten Hälfte des Jahres 1955 infolge des Abschlusses des Grundsatzvertrages mit der Sowjetunion und der Einbindung der DDR in den Warschauer Vertrag. Der sowjetische Außenminister Molotow ließ sich am 17.11.1955 in Berlin von Ministerpräsident Grotewohl über die geplante Reise nach China, in die KDVR und die Mongolei informieren, einschl. der Absicht, der chinesischen Seite den Abschluss eines Freundschaftsvertrages vorzuschlagen. Molotow gab seine Zustimmung zu dem Projekt in Erwartung einer laufenden Berichterstattung an die sowjetische Seite. (Politisches Archiv des AA, A 6618, Bl. 188 f. und ebenda, A 14682, Bl. 72 und ebenda, A 6618 Bl. 161 f.) Ministerpräsident Grotewohl stattete der VR China im Dezember 1955 einen offiziellen Besuch ab, bei dem es zur Unterzeichnung des besagten Freundschaftsvertrages kam. Ähnlich verhielt es sich in den 80er Jahren. Der Partei- und Staatsführung der DDR wurde seit 1980 und auch noch unter Generalsekretär Gorbatschow die Zustimmung zu einem Besuch E. Honeckers in der VR China, aber auch in der BRD verweigert. Das führte dazu, dass seit 1980 inoffizielle Kontakte zwischen der SED und der KP Chinas aufgenommen werden mussten. Erst 1986 erfolgte dann die sowjetische Zustimmung zu einem offiziellen Staatsbesuch E. Honeckers vom 21. – 26.10.1986 in Peking, allerdings unter Hinnahme eines Vertrauensverlustes und einer ernsten Verstimmung der sowjetischen Führung.

Ich muss hinzufügen, dass die DDR-Führung unter W. Ulbricht wie unter E. Honecker den Bruch zwischen China und der Sowjetunion zwar stets beklagte, aber dem Wesen nach nie verstanden hat. Der DDR-Führung ging es um die Wiederherstellung der Einheit der sozialistischen Staatengemeinschaft mit dem Ziel des gegenseitigen Nutzens bei der Bewältigung der strategischen Herausforderungen der Systemkonfrontation. Insofern war sie nicht nur infolge der objektiven spezifischen Abhängigkeit an die Sowjetunion gebunden, sondern auch aus der ideologisch-politischen Überzeugung, dass der sowjetische Weg zur "Wiederherstellung" von Einheit und Geschlossenheit der kommunistischen Weltbewegung der am meisten Erfolg versprechende Weg sei. Die zentralistische Unterordnung unter die sowjetische Führung wurde als unvermeidliche, aber sekundäre Begleiterscheinung beurteilt. Außerdem bestand die Hoffnung, durch die Festigung von Vertrauensverhältnissen zwischen den Partei- und Staatsführungen die Spielräume innerhalb des zentralistischen Beziehungssystems erweitern zu können. Die Haltung der DDR-Führung war zusätzlich von Illusionen über die eigenen Möglichkeiten der argumentativen Einflussnahme auf sowjetische und chinesische Entscheidungen im Sinne einer Vermittlung bestimmt. Vereinfacht gesagt, wurde der sowjetisch-chinesische Konflikt als ein Streit um die Führung in der kommunistischen Weltbewegung und in der sozialistischen Staatengemeinschaft reflektiert.

Es wurde nie verstanden, dass China generell eine auf machtpolitischen Zentralismus gestützte bipolare oder unipolare Weltordnung ablehnte, sondern ein nach allen Seiten offenes und in alle Richtungen handlungsfähiges Staatensystem anstrebte, in dessen Rahmen die Staaten mit sozialistischer Orientierung ihre gemeinsamen Interessen koordinieren könnten, um negative Einflüsse gemeinsam abzuwehren.

Allerdings hat es die chinesische Seite den osteuropäischen Staaten nicht leicht gemacht, diesen Kern der Sache zu verstehen. Die Haltung der DDR-Führung wurde z.B. außerordentlich irritiert durch die fortdauernde widersprüchliche Strategiedebatte innerhalb der Führung der KP Chinas, in deren Ergebnis es mehrmals zu dramatischen Veränderungen in der chinesischen Führung kam. Dennoch, mir scheint, die bedeutendste Erkenntnis der vergangenen 50 Jahre sollte sein: Auf Dauer kann man als Partner und als Nachbar nicht gegen, nur mit China erfolgreich sein.

Es wäre interessant, von der chinesischen Strategiedebatte der 60er und 70er Jahre ausgehend, über die Zusammenhänge zwischen der Endphase des 2. Vietnam-Krieges, die Beweggründe der Nixon-Administration zur Ausarbeitung der Guam-Doktrin und den Prozeß des chinesisch-US-amerikanischen Ausgleichs nachzudenken, dessen Zwischenergebnis das Shanghaier Kommuniqué vom 27.2.1972 und der Einzug der VR China in den UNO Sicherheitsrat war; denn das sind Meilensteine in der Veränderung der Weltsituation in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, die auch der 2. Vietnam-Krieg ins Rollen gebracht hat. Doch eine solche Betrachtung überschreitet den Rahmen meines Themas und meines Zeitlimits.