40 Jahre Schlussakte von Helsinki


Verband für Internationale Politik und Völkerrecht e. V. Berlin (VIP)

Mohrenstr. 63 ~ 10117 Berlin ~ E-Mail: VorstandVIP@aol.com - Homepage: http://www.vip-ev.de

zurück zur Startseite                                    zu weiteren Publikationen

Informationen zu weiteren Heften der "Blauen Reihe"


 
Heft 53 (September 2015) der "Blauen Reihe -  Schriften zur internationalen Politik",
herausgegeben vom Verband für Internationale Politik und Völkerrecht e. V. Berlin
 
(die Verantwortung für den Inhalt der Beiträge liegt bei den Autoren)

Heft 53 (Vierzig Jahre Schlussakte von Helsinki) per E-Mail bestellen

Für Druck und Versand berechnen wir Ihnen einen Unkostenbeitrag in Höhe von 7,00 Euro. Diesen Betrag überweisen Sie bitte
nach Erhalt des Heftes auf unser Konto:
IBAN: DE09 1005 0000 0013049399 / BIC: BELADEBEXXX

 

Peter Steglich

Vierzig Jahre Schlussakte von Helsinki

Ein Anlass zum Nachdenken

 

Inhalt:

Vom politischen Ursprung der Schlussakte

Vom Wert der KSZE-Schlussakte für die internationale Politik
Von den Grenzen, Versäumnissen oder Fehlern der Schlussakte und der KSZE
Vom Sinn des Erinnerns an die KSZE-Schlussakte

II. Anhänge

1. Der lange Weg nach Helsinki
2. Übersicht über wichtige Zusammenkünfte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE)

III. Helsinki - lang und steinig, aber manchmal auch zum Schmunzeln

Von der Schwierigkeit, eine Konferenz zu beginnen und ihr einen Namen zugeben
Tierische "Eisbrecher"
Von den "Körben" der KSZE-Schlussakte und der Findigkeit einer Schweizer Großmutter
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Gipfel-Konferenz im Juli/August 1975 in Helsinki

Schwerer Einstieg in die internationale Politik
Unverhofft kommt oft. Der Besuch eines lieben Genossen
Dem Chef zu widersprechen ist gewagt!
Der Unnahbare
Das Auge der Partei war immer dabei
Irrungen und Wirrungen der Gipfeldiplomatie
Schlaf braucht jeder Mensch, auch ein Regierungschef
Der USA-Außenminister als Opfer der Medienspionage

Die Folgekonferenz in Madrid von 1989 bis 1983

Nachdenken über Amt, Ehre und Gewissen
USA-Außenminister Haig, Viersterne-General und ehemaliger Stabschef im Weißen Haus in Madrid. Eine Beobachtung aus unmittelbarer Nähe
Diplomaten im Zwiespalt zwischen Amt und persönlichen Ambitionen
Eitelkeiten und menschliche Schwächen im Spiegel diplomatischer Taktik und Raffinessen
Vom Wert der Geheimdiplomatie
Der Sherry-König und seine KSZE-Gäste - ein Diplomat hat Haltung zu bewahren
"Freundliche" Erinnerung eines Verbündeten
Nicht jede Mühe wird gelobt

Folgetreffen in Stockholm 1984 bis 1986

Ein ungewöhnliches Bild
Der Gegner wusste gut Bescheid
In vermeintlich "guter Absicht"

Expertentreffen in Ottawa 1985 bis 1986

Ein Schweizer kennt Uhr und Zeit
Unerwartete Hilfe

Die KSZE, die Religion und die DDR

Keine Probleme mit der Religionsfreiheit
Die evangelischen Kirchen in der DDR, der Staat und die KSZE
Feinheiten vatikanischer Diplomatie

Folgekonferenz in Wien 1988 und allgemeine Beobachtungen zu den Konferenzen

Das Geheimnis einer Mund-zu-Mund-Konferenzdiplomatie
Vom Nutzen aufmerksamer Beobachtungen
Die Rolle der KSZE-Konferenzdiplomaten als „Formulierer“
Es lohnt sich zu erinnern

Biografische Daten des Autors

 

Kleine Einleitung zum Verständnis

Die Erinnerung an gewisse Daten kann durchaus von Nutzen sein, so sie in der Tat jubiläumswürdig sind. Der in dieser Schrift gewürdigte 40. Jahrestag eines Ereignisses, das seinerzeit Politik, Diplomatie und Massenmedien in aller Welt beschäftigte, vor allem aber bei sehr vielen Menschen in Europa Erwartungen und Hoffnungen weckte, sollte in unseren Tagen nicht vergessen werden.

In der Hauptstadt des "Landes der tausend Seen", das Europa nach Norden abgrenzt, wurde die Schlussakte von Helsinki und mit ihr ein Prozess von Konferenzen zum Thema "Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" aus der Taufe gehoben. Damit nahm eine bis dato einmalige Phase des Zusammenwirkens von Staaten unterschiedlicher politischer, militärischer, sozialer und anderer Merkmale auf dem europäischen Kontinent seinen Anfang. Anliegen dieser Erinnerungen ist es, nachzufragen, was das nun schon historisch zu nennende Ergebnis langwieriger und komplizierter Verhandlungen den Menschen heute noch zu sagen hat.

Geben wir dazu einem der Väter der Schlussakte von Helsinki und damit des KSZE-Prozesses das Wort. Prof. Dr. Siegfried Bock, einer der erfahrensten Diplomaten der DDR, vertrat sein Land als Verhandlungsführer im "Salon der Botschafter" in Helsinki, später in Genf und dann wieder in Helsinki, als es galt, einen bis dahin noch nie dagewesenen diplomatischen Neubeginn ins Leben zu rufen. Er erinnert sich, dass "der Weg nach Helsinki lang und steinig" war, wobei es "mehr contra als pro darüber gab, ob man den Versuch einer solchen gesamteuropäischen Beratung überhaupt wagen sollte. Es ging um einen Rahmen, der aus der Konfrontation zu einer vertraglichen Form der Sicherheit ung Zusammenarbeit führt."

Der Weg zum erfolgreichen Ende eines schwierigen diplomatischen Verhandlungsmarathons führte über Höhen und Tiefen und schließlich zu einem für alle Teilnehmer respektablen Resultat. Das Wissen um die heikle Aufgabe, trotz unterschiedlichster Interessen der Staaten ein Ergebnis zu erreichen, verlangte von den diplomatischen Unterhändlern ein Höchstmaß an Sachlichkeit und einen nüchternen Blick auf das Machbare.

Hier sollte der Schlüssel für eine Übereinkunft zu suchen sein, die, was Europa angeht, auch 40 Jahre nach ihrer Unterzeichnung immer noch ihresgleichen sucht. Es ist auch heutzutage lohnenswert, darüber nachzudenken, wie es dazu kam, dass dem Lexikon europäischer Geschichte Seiten hinzugefügt wurden, deren Lektüre immer noch spannend bleibt. Die nachstehenden Überlegungen und Erinnerungen möchten dazu ermuntern. Beigefügte  anektodische Splitter vom Rande des Konferenzgeschehens mögen helfen, die trockene Kost ernster Überlegungen etwas verdaulicher zu gestalten.

All jenen, die gedanklich und anderweitig zu dieser Schrift beigetragen haben, sei gedankt, vor allem Prof. Dr. Bock als einem der "KSZE-Senioren", dessen konstruktive Art sich im internationalen Kreis der Väter des KSZE-Gründungsdokuments hoher Wertschätzung erfreute.

Peter Steglich                                                                                                                                                   Berlin, August 2015

Botschafter a.D.

Der Autor Peter Steglich:

1936                    geboren in Dresden
1942-1950          Besuch der Volks- bzw. Grundschule in Dresden
1950-1954          Besuch der Oberschule in Dresden, Abitur
1954-1955          Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin
1955-1961          Studium am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen mit Abschluss als Diplomwissenschaftler
1961                    Beginn der Tätigkeit im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR als Referent in der Abteilung Nordeuropa
1968-1971          Stellvertreter des Leiters der Handelsvertretung der DDR in Finnland im Range eines Botschaftsrates
1971-1972          Leiter der Handelsvertretung der DDR in Schweden im Range eines Gesandten
1973-1975          Botschafter der DDR in Schweden
1975-1976          Leiter der Abteilung Nordeuropa im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
1977-1990          Stellv. Leiter der Hauptabteilung Grundsatzfragen und Planung im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
                              In dieser Zeit Leiter der DDR-Delegation auf den KSZE-Folgetreffen in Madrid (1980-1983) und Wien (1986-1989)
                             sowie anderer KSZE-Konferenzen (Bonn, Hamburg, Paris)        
(zum Seitenanfang)